Stronach/Steinbichler: VÖM weckt falsche Hoffnungen bei Einkommen und Exportmärkten

Nur das österreichische Qualitätsgütesiegelgesetz bringt Milchbauern und Konsumenten eine faire Partnerschaft

Wien (OTS) - "Es ist bedenklich, wenn VÖM-Präsident Petscher und Geschäftsführer Költringer krampfhaft versuchen, die Situation der Milchbauern positiv darzustellen. Anhand der alten Milchpreise aus dem Jahr 2014 von 44 Cent pro Liter soll ein Milchbauer 42.959 Euro und somit um 14 Prozent mehr Milchgeld als im Vorjahr erzielen. Das ist eine Milchmädchenrechnung", kritisiert Team Stronach Agrarsprecher Leo Steinbichler die Aussagen der VÖM in deren Pressekonferenz zum Auslaufen der Milchquote. Er weist darauf hin, dass es sich hier um einen reinen Bruttoumsatz handelt und bei einem Vollkostenproduktionspreis von 37 Cent pro Liter am Bauernhof nur ein ganz geringes Einkommen zu erzielen ist. Zudem sei es "falsche Propaganda, Hoffnungen auf China als lohnenden Exportmarkt zu wecken. Das Gegenteil ist der Fall", so Steinbichler.

"Auch die chinesischen Milchbauern jammern über die Billigimporte aus Europa. Zudem wurde die Ertragssituation bei diesen Exporten nicht der Realität entsprechend dargestellt", verweist Steinbichler auf die Beantwortung einer parlamentarische Anfrage des Team Stronach durch Agrarminister Rupprechter. "Hier zeigt sich, die tatsächlichen Exporterlöse sehen anders aus. Wenn man bedenkt, dass man für einen Kilogramm Qualitätskäse ca. 10 Liter Vollmilch verarbeiten muss, dann weiß man, welche fatalen Preise das am Bauernhof bedeutet", so Steinbichler.

Augenscheinlich ignoriere die VÖM auch den rasanten Strukturwandel:
"Auch im Jahr 2014 mussten 1.350 Milchlieferanten die Stalltür für immer schließen. Das heißt, wir haben im ländlichen Raum wiederrum weitere 5.000 Arbeitsplätze (GRENNJOBS) verloren", mahnt der Team Stronach Abgeordnete.
Was die Einkommenslage der Milchbauern betrifft, rechnet Steinbichler noch einmal genau nach: "Auch wenn das Milchgeld pro Lieferant 42.959 Euro beträgt, bleibt nach Abzug des Vollkostenproduktionspreises von 35.964 Euro, einen Ertrag von 6.995 Euro. Außerdem sind die Milchpreise schon wieder um 10 Cent gefallen und liegen jetzt bei ca. 35 Cent pro Liter. Eine der größten Molkereien hat den Milchpreis wieder um 1,6 Cent gesenkt", macht Steinbichler aufmerksam.

"Gerade von der VÖM erwarte ich mir ehrlichere Informationen an die Konsumenten und an die Medien", betont Steinbichler, "um auf diese schwierige Situation fairer bzw. besser reagieren zu können." Er fordert einmal mehr die sofortige Umsetzung des österreichischen Qualitätsgütesiegelgesetzes, um den Konsumenten eine faire Partnerschaft mit gesunden österreichischen Produkten anzubieten.

Rückfragen & Kontakt:

Team Stronach Parlamentsklub/Presse
++43 1 401 10/8080
parlamentsklub@teamstronach.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | TSK0003