Heinisch-Hosek: Schulpolitik mit geebneten Wegen für unsere Kinder

Diskussion ExpertInnenpapier: Schulen sollen in Zukunft „frei in der Gestaltung, einheitlich in den Grundsätzen und schlank in der Umsetzung“ sein

Wien (OTS/SK) - Im Rahmen einer von Renner-Institut und SPÖ Bildung mit Unterstützung der SPÖ-Parlamentsfraktion organisierten Diskussionsveranstaltung wurden am Donnerstag in der Wiener Urania die unter dem Titel "Freiraum für Österreichs Schulen" veröffentlichten Empfehlungen der ExpertInnengruppe Schulverwaltung zur neuen Steuerung präsentiert und diskutiert. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat bei dieser Gelegenheit ein Referat gehalten. "Die Neuaufstellung der Schulverwaltung hilft uns, das System effizienter zu machen", sagte die Ministerin. Das Ziel sei "eine Schulpolitik mit geebneten Wegen für unsere Kinder - und das bis ins Erwachsenenalter". Michael Ludwig, Vorsitzender der SPÖ Bildung, sprach die Begrüßungsworte: "Ich freue mich, dass wir hier im engen Kreis unterschiedliche Positionen austauschen und diskutieren können." ****

Das Ziel der Schulverwaltungsreform sei es, "Verwirrungen zu entwirren und klare Verhältnisse zu schaffen", so Heinisch-Hosek. Die Empfehlungen der ExpertInnengruppe würden die sozialdemokratische Bildungspolitik bestätigen. Dabei sei der Weg mit dem Koalitionspartner ein schwieriger, aber einer, der in Schritten passiert: "Die ÖVP betreibt leider immer noch eine Klassen- und Hürdenpolitik. Dagegen kämpfen wir an." Die Neuaufstellung der Schulverwaltung soll eine sozial durchlässige und gerechte Schulpolitik fördern.

Auf dem Weg zu mehr Schulautonomie sei die enge Zusammenarbeit mit den Ländern wichtig. "In ländlichen Strukturen herrschen andere Voraussetzungen als in Ballungsgebieten", betonte Heinisch-Hosek. Und weiter: "Ich möchte, dass regionale Stärken hervorgehoben werden und möglichst viel direkt am Standort ankommt." Die Empfehlungen der ExpertInnengruppe sehen die zentrale Steuerung durch den Bund und die operative Umsetzung durch die Länder vor. "Wir müssen hier in neuen Verwaltungseinheiten denken und einen Ausgleich zwischen den Kompetenzen finden."

Auch die Elementarpädagogik sei ein wichtiger Punkt in der Reform. Heinisch-Hosek fordert einen gemeinsamen Bildungsraum für Kinder zwischen vier und acht Jahren: "Das ist ein Zeitraum, in dem sich Kinder unterschiedlich entwickeln. Dazu muss man ihnen die Zeit geben, damit man Kinder mit ihren Talenten und eventuellen Defiziten entsprechend fördern kann." Wichtig sei es auch, die Schulreife neu aufzusetzen und breiter zu fassen, um Bildungsbenachteiligung auszugleichen.

Die erste Ausbildungsphase, so die Bildungsministerin, soll zwischen 5 und 14 Jahren stattfinden, danach kann jedes Kind seinen Weg wählen. Dafür sei es wichtig, die Bildungsorientierung zu fördern, die polytechnische Schule aufzuwerten und Umstiege zu erleichtern. "Der Schlüssel zur richtigen Bildungsentscheidung sind die eigenen Interessen und Fähigkeiten. Wir müssen Kinder und Jugendliche bestmöglich dabei unterstützen, ihren Weg zu finden", machte die Bildungsministerin klar.

Bei dem ExpertInnenpapier "Freiraum für Österreichs Schulen" gehe es nicht nur um mittelfristige Themenstellungen, sondern um Maßnahmen, die weit darüber hinaus greifen würden, betonte auch Michael Ludwig. "Wir haben uns in der Bundesbildungsorganisation intensiv mit diesen Fragen auseinandergesetzt", sagte der Vorsitzende der SPÖ Bildung. So fand etwa bereits eine Konferenz zum Thema "Chancen, Bildung, Gerechtigkeit", sowie eine Fachtagung über Werte, Ziele und Zukunftsperspektiven sozialdemokratischer Bildungspolitik statt. "Dabei wurden gerade im Bereich der Erwachsenenbildung Vorschläge entwickelt, die wir auch bereits umsetzen konnten", betonte Ludwig.

Michael Ludwig nannte die zentralen Themen, die eine Schulreform zu berücksichtigen habe. Gefragt sei etwa mehr Autonomie für Schulen, denn "Bildungspolitik braucht Kreativität". Ein Thema sei auch die Zeitgestaltung an den Schulen: "Schneller ist nicht gleich besser. Es braucht mehr Zeit zum Lernen, dabei kann die Zeit individuell unterschiedlich genutzt werden." Auch müsse man sich fragen, wie man mit den unterschiedlichen Fähigkeiten der Kinder umgeht, wie man diese entfalten kann und auch, wie man von Vielfalt profitieren kann. Als letzten Punkt betonte Ludwig, dass es wichtig sei, dass alle Akteure vernetzt miteinander agieren.

Das ExpertInnenpapier "Freiraum für Österreichs Schulen" empfiehlt, dass Schulen in Zukunft "frei in der Gestaltung, einheitlich in den Grundsätzen und schlank in der Umsetzung" sein sollen. Den Schulen sollen vermehrt Freiräume in pädagogischen, organisatorischen, personellen und finanziellen Aspekten gegeben werden um individuell auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler eingehen zu können. Das Bildungsressort des Bundes soll dabei für einheitliche Bildungsziele und Bildungsinhalte sorgen, Aus-, Fort- und Weiterbildung, zielgerichtete und transparente Finanzierung, sowie einen einheitlichen Qualitätsrahmen und Qualitätsüberprüfung gewährleisten. Bildungsdirektionen in den Ländern sollen das regionale Bildungsangebot planen, die Ressourcen bedarfsgerecht an die Schulen verteilen und die Schulen in deren Entwicklung zur autonomen Schule begleiten. Eine Einigung bei der Schulverwaltungsreform ist für 17. November geplant. (Schluss) ve/bj

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