Volkshilfe fordert Inklusion bei der Reform der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe

Fenninger: „Änderung der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe muss auf ALLE Pflegebereiche Bezug nehmen!“

Wien (OTS) - Bereits im Mai letzten Jahres wurde von den LandesgesundheitsreferentInnen ein Modell zur Reformierung der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe vorgelegt. Dieses wurde anschließend vom Gesundheitsministerium in ein Konzept übersetzt. Schon im Rahmen der Pressekonferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt im November betonte Erich Fenninger, Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe, dass eine Steigerung an Plätzen, Stunden und Pflege- und Betreuungspersonal unabdingbar ist:
"Um den für 2020 prognostizierten Bedarf decken zu können, brauchen wir beispielsweise 60% mehr Einsatzstunden in der mobilen Pflege. Dies bedarf nicht nur einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen, der Reform der Ausbildung und einer Attraktivierung der Pflegeberufe", sagt der Bundesgeschäftsführer.

Für die zukünftigen Pflegekräfte in Ausbildung ist die Sicherheit wichtig, dass diese auch einen für ihr Ausbildungsniveau passenden Arbeitsplatz finden. Des Weiteren ist im neuen Konzept für eine gute Durchlässigkeit zwischen den Pflegeberufen zu sorgen, damit z.B. auch in kleinen Teams die richtigen Kompetenzen für die professionelle Pflege vorhanden sind.

Dringend ist vor allem sein Appell in Bezug auf die inhaltliche Ausrichtung der Reform: "Das derzeitige Konzept zielt fast ausschließlich auf die Versorgung im Krankenhaus ab. Menschen im Alter und auch Menschen mit Behinderungen leben häufig zu Hause, in Wohngemeinschaften oder in Alten- und Pflegeheimen. Diese Menschen auszuklammern, deckt sich nicht mit unserem Verständnis einer inklusiven Reform", sagt Fenninger. Der große Teil der künftigen Herausforderungen würde sich im Bereich der Langzeitpflege stellen, ist er überzeugt und fordert, die wesentlichen Stakeholder aus dem Langzeitpflegebereich gleichberechtigt und rechtzeitig in die Diskussionen einzubinden.

"Bei der Langzeitpflege sind die Bedürfnisse der Menschen andere als im Akutpflegebereich. Das steht in einem direkten Zusammenhang mit den Bedürfnissen und Anforderungen an die Berufsgruppen", argumentiert Fenninger und fordert abschließend eine umfassende inhaltliche Ausgestaltung der Reform: "Eine Änderung der Gesundheits-und Krankenberufe muss auf alle Settings, auf alle Menschen Bezug nehmen!".

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