- 09.04.2015, 10:01:17
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Fast jede/r Fünfte fürchtet, psychisch zu erkranken
Ludwig Boltzmann Gesellschaft fordert BürgerInnen auf, sich am Forschungsprozess rund um psychische Erkrankungen zu beteiligen
Utl.: Ludwig Boltzmann Gesellschaft fordert BürgerInnen auf, sich am
Forschungsprozess rund um psychische Erkrankungen zu
beteiligen =
Wien (OTS) - Knapp ein Fünftel der Bevölkerung fühlt sich aktuell
gefährdet, psychisch zu erkranken. Fast 80 Prozent kennen in ihrem
persönlichen Umfeld jemanden, der entweder psychisch krank ist oder
psychisch erkrankt war. Vier von fünf Befragten sind davon überzeugt,
dass psychische Erkrankungen nach wie vor ein Tabuthema sind. Dabei
sprechen neun von zehn Befragten für eine Gleichstellung psychischer
und physischer Erkrankungen aus. Das sind die Ergebnisse einer
repräsentativen Studie des österreichischen Gallup-Instituts, das im
Auftrag der Initiative ‚Open Innovation in Science‘ der Ludwig
Boltzmann Gesellschaft 1.000 Personen befragt hat. Unter dem Motto
‚Reden Sie mit!‘ können sich Betroffene, Spezialisten und
Interessierte ab dem 16. April unter www.redensiemit.org aktiv an der
Entwicklung von wissenschaftlichen Forschungsfragen zum Thema
psychische Erkrankungen beteiligen.
"Die Befragung zeigt, dass psychische Erkrankungen sehr weit
verbreitet, aber noch immer stark tabuisiert sind", so Dr. Ulrike
Schmidt, Leiterin der Trauma-Ambulanz des Max-Planck-Instituts für
Psychiatrie in München und Mitglied im Beirat der Initiative ‚Open
Innovation in Science‘: "Deshalb ist die Initiative ‚Open Innovation
in Science‘ auch so wichtig, um betroffene BürgerInnen am
Forschungsprozess zu beteiligen, die Transparenz zu erhöhen und das
Bewusstsein für psychische Erkrankungen zu steigern. Die Forschung
muss stärker an die Bedürfnisse der Erkrankten heranrücken."
Forschung soll stärker auf Anregungen aus der Bevölkerung
eingehen
Die Befragung des Gallup-Instituts unterstreicht den Wunsch der
Bevölkerung, dass WissenschaftlerInnen Anregungen aus der
Gesellschaft in ihre Forschungsthemen einfließen lassen. 78 Prozent
der Befragten wünschen sich, stärker am Forschungsprozess beteiligt
zu werden. Hier setzt die ‚Open Innovation in Science‘-Initiative an:
Über die Online-Plattform www.redensiemit.org können sich
Interessierte registrieren und ab dem 16. April Vorschläge
einreichen, welche Themen aus dem Bereich psychischer Erkrankungen
von der Wissenschaft aufgegriffen werden sollen.
"Ich bin davon überzeugt, dass die Einbindung externer Wissensgeber
in Zukunft an Bedeutung gewinnt", so Mag. Claudia Lingner,
Geschäftsführerin der Ludwig Boltzmann Gesellschaft und Initiatorin
von Open Innovation in Science. "Es geht uns um eine
Diskussionskultur auf Augenhöhe zwischen der Wissenschaft und der
Gesellschaft. Das heißt für uns auch, dass BürgerInnen Einfluss
darauf haben, was erforscht wird. Wir wollen also Wissen, das
außerhalb einer Kerndisziplin liegt für konkrete Forschungsanliegen
nutzbar machen. So können sich völlig neue Fragestellungen und in
späterer Folge neue Lösungen ergeben."
‚Open Innovation in Science‘ ist eine europaweit einzigartige
Initiative, in der in einem zweistufigen Verfahren Personen in die
Generierung neuer Forschungsfragen eingebunden und anschließend
WissenschaftlerInnen für die Anwendung von Open Innovation-Methoden
in der Forschung trainiert werden. Sie wird getragen von der
österreichischen Ludwig Boltzmann Gesellschaft und international von
einem renommierten Advisory Board unterstützt, dem unter anderem
VertreterInnen der WHO, der Harvard Medical School und der
Max-Planck-Gesellschaft angehören.
‚Reden Sie mit!‘ wird von namhaften Partnern aus Österreich,
Deutschland und der Schweiz unterstützt.
Über ‚Open Innovation in Science‘
Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft startet am 16. April die Initiative
‚Reden Sie mit!‘, die es Interessierten und Betroffenen ermöglichen
soll, am Forschungsprozess und vor allem an der Generierung von
Forschungsfragen teilzunehmen. Der Fokus der Initiative liegt auf dem
Bereich psychischer Erkrankungen und ist Teil des Gesamtprojekts
‚Open Innovation in Science‘. Durch die gezielte Öffnung des
Innovationsprozesses soll neues Wissen von außen in die Forschung
gebracht werden. Weitere Informationen unter
www.openinnovationinscience.at.
Über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft
Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist der Forschungsinkubator
im Bereich Health Sciences in Österreich und betreibt 18
Forschungsinstitute und -cluster mit rund 550 Mitarbeiter/innen. Die
LBG steht mit ihrem Motto "Forschung für Menschen" für die Behandlung
gesellschaftsrelevanter Forschungsfragen.
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