- 08.04.2015, 12:22:19
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Neue Richtlinien der NÖ Wohnbauförderung vorgestellt
LH-Stv. Sobotka: „Näher an Bedürfnissen der Bürger und schneller zur Sache“
Utl.: LH-Stv. Sobotka: „Näher an Bedürfnissen der Bürger und
schneller zur Sache“ =
St. Pölten (OTS/NLK) - Im Rahmen einer Pressekonferenz informierte
Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka heute, Mittwoch,
gemeinsam mit Ing. Alfred Graf, gbv-Landesgruppenobmann und
Vorstandvorsitzendem der Gedesag, in Pyhra über die neuen Richtlinien
der NÖ Wohnbauförderung. Die Änderungen seien notwendig, "um näher an
den Bedürfnissen der Bürger und schneller zur Sache zu sein", so
Sobotka.
Der Spannungsbogen, worum es im Wohnbau gehe, sei ein großer. Im
Vordergrund stehe, den Menschen Heimat zu geben - qualitätsvollen
Wohnraum, der auch leistbar bleibe. "Niederösterreich ist ein
Eigentümerland", so Landeshauptmann-Stellvertreter Sobotka, der
betonte, dass man daher in Niederösterreich die Eigentumsfrage ins
Zentrum stelle. "71 Prozent aller Niederösterreicher leben im
Eigentum", so Sobotka. Verglichen mit dem Bundesdurschnitt von 57
Prozent, seien das in Niederösterreich um 14 Prozent mehr. "Eigentum
ist wichtig für die Altersvorsorge, denn Eigentum schützt vor
Altersarmut", so Sobotka.
Mit der NÖ Wohnbauförderung wolle man das individuelle Wohnbedürfnis
sowie jenes für spezielle Bevölkerungsgruppen, wie Betreutes Wohnen,
erfüllen. Pro Jahr werden 20.000 Wohneinheiten gefördert, 30.000
Familien bekommen einen Wohnzuschuss. "Die NÖ Wohnbauförderung war
seit eh und je ein Konjunkturtreiber", so Sobotka. Jeder zehnte Euro
werde über die Bauwirtschaft verdient. Damit sichere man 30.000
Arbeitsplätze pro Jahr. Niederösterreich setze alle Bundesmittel -
rund 300 Millionen Euro jährlich - nur für den Wohnbau ein,
zusätzlich gebe es noch Landesmittel von rund 150 bis 200 Millionen
Euro. Man habe den Zweck des Wohnbaus schon früh erkannt. Aktuell
seien auf www.noe-wohnservice.at über 1.100 geförderte Wohneinheiten
verfügbar. "Das ist wichtig, um den Wohnungspreis auch am freien
Markt in Balance zu halten", so Sobotka. In Niederösterreich betrage
der Unterschied von freifinanzierten und geförderten Wohnungen im
Gegensatz zu anderen Bundesländern lediglich 10 bis 20 Cent.
Die NÖ Wohnbauförderung sei auch eine Umweltförderung. Die
Kyoto-Vorgabe laute 13 Prozent CO2 einsparen, Niederösterreich habe
im Wohnungsbereich ein Minus von 26 Prozent. Das liege auch daran,
dass man den Althaussanierungen entsprechenden Raum gebe und die
Umweltbemühungen Niederösterreichs gut ausgeführt werden.
Es gibt fünf wesentliche Änderungen bei der NÖ Wohnbauförderung: "Wir
wollen bessere Förderanreize schaffen", so der
Landeshauptmann-Stellvertreter. Das betreffe zum einen Junges Wohnen.
Dabei seien die Quadratmeter von 55 auf 60 erhöht worden, der
maximale Finanzierungsbeitrag bleibe mit 4.000 Euro unverändert. Die
Förderaktion werde bis 31.12.2016 verlängert. "Junges Wohnen ist ein
hervorragendes Beispiel, wie wir junge Leute im Land halten können",
so Sobotka. Zum anderen gehe es darum, beim Betreuten Wohnen einen
Anreiz für Gemeinschaftsräume zu schaffen. Die Mehrkosten werden den
Bauträgern durch zehn zusätzliche Förderpunkte ersetzt.
Eine weitere Neuerung seien die Erleichterungen beim Einkommen. So
wurden die Einkommensgrenzen im Eigentum erhöht: bei einer Person
statt bisher 35.000 nunmehr 40.000 Euro, bei zwei Personen statt
bisher 55.000 nunmehr 60.000 Euro und bei jeder weiteren Person statt
bisher 7.000 nunmehr 8.000 Euro. 20 Prozent mehr Förderung bekomme
eine Wohnbaugenossenschaft in der Stadt bzw. im Zentrum, wenn sie
eine Baulücke schließe oder revitalisiere. In Zukunft werde es
außerdem möglich sein, die volle Förderhöhe von 100 Punkten auch ohne
einer kontrollierten Wohnraumlüftung zu erreichen. Auch eine
Biogasbeimischung werde gefördert. "Wir wollen die
Verwaltungsvereinfachung vorantreiben", so Sobotka. Insbesondere der
Behördenaufwand solle vereinfacht werden. In Zukunft werde für den
Baubeginn eine Förderbewilligung ausreichen, früher sei der
entsprechende Fördervertrag abzuwarten gewesen.
"Wir wollen den ländlichen Raum in seiner Struktur stärken. Es geht
uns darum, die Menschen in kleinteiligen Gemeinden zu erhalten", so
Sobotka. Daher werden in Zukunft auch kleine Baueinheiten höher
gefördert. "Für kleine Anlagen mit bis zu zwölf Wohneinheiten gibt
es eine zusätzliche Punkteanzahl", so Sobotka. Einen leichteren
Zugang werde es auch beim Dachbodenausbau geben.
gvb-Landesgruppenobmann Graf bedankte sich für die "tolle
Partnerschaft" mit dem Land Niederösterreich und betonte, dass es die
Kleinteiligkeit im ländlichen Raum brauche. Kleine Anlagen mit acht
bis zwölf Wohneinheiten seien in der Errichtung teurer, die Förderung
sei daher sehr wichtig. Zwischen dem Zeitpunkt der
Förderungsbewilligung und der amtlichen Zusicherung liege oft eine
lange Zeit; dass man nun schon mit der Bewilligung mit dem Bauen
beginnen könne, sei für die Bauwirtschaft sehr wichtig. "Wir haben
jährlich ein Bauvolumen von 530 Millionen Euro, das ist nur möglich
mit ausreichenden Fördermitteln. In Niederösterreich wird sehr
vorausschauend die ländliche und auch städtische Struktur bedacht",
so Graf.
Nähere Informationen: Büro LH-Stv. Sobotka, Mag. (FH) Günther
Haslauer, Telefon 0676/812-12221, e-mail
guenther.haslauer@noel.gv.at.
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