- 08.04.2015, 11:42:16
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„Der Hypo-Skandal“ – eine TV-Dokumentation vor Beginn der parlamentarischen Aufarbeitung am 9. April um 22.30 Uhr in ORF 2
Wien (OTS) - Es ist der teuerste Skandal der jüngeren Geschichte. Der
finanzielle Zusammenbruch der Kärntner Hypo-Alpe-Adria-Bank wird
Österreichs (und auch Bayerns) Steuerzahler Milliarden Euro kosten.
Wie viele? Ungewiss! Seit zehn Jahren jagt in dieser Affäre eine
finanzielle Schreckensbotschaft die nächste. Mittlerweile sind große
Teile der Bank "verkauft", riesige Werte wurden vernichtet. Mehr als
150 Strafverfahren wurden eingeleitet, Manager und Politiker zu
Haftstrafen verurteilt. Und kein Ende in Sicht. Wie kam es zu dieser
Affäre? Wer trägt Schuld? War es Großmannssucht und Korruption im
Kärnten Jörg Haiders? Waren es Bankmanager, die Wachstum um jeden
Preis anstrebten? Warum sind die Aufsichtsbehörden nicht rechtzeitig
eingeschritten? War die Verstaatlichung einer staatlichen bayrischen
Bank tatsächlich unvermeidlich?
Zu Beginn der Ausschuss-Arbeit beleuchtet die in HD produzierte
"Menschen & Mächte"-Dokumentation "Der Hypo-Skandal" von Gerhard
Jelinek und Günther Kogler am Donnerstag, dem 9. April 2015, um 22.30
Uhr in ORF 2 die Geschichte der biederen Kärntner
Landeshypothekenbank, die zur Hypo Alpe Adria Group wurde und auf dem
Balkan als "systemrelevant" eingestuft wurde. Der Film zeichnet nach,
wie es zur raschen Expansion, der ersten Krise durch
Spekulationsverluste und schließlich dem Verkauf der Bank an die
Bayern kam. Beispiele zeigen, wie in Kroatien und Serbien Hunderte
Millionen Euro in dubiosen Projekten versickerten und wie sich die
"Wörthersee-Gesellschaft" an der Bank "selbstbediente".
In einer minutiösen Darstellung anhand eines "Tagebuchs" eines
Verhandlungsteilnehmers wird die "lange Nacht" im Dezember 2009
lebendig. An diesem "teuersten Wochenende der Republik" kaufte
Österreich die Hypo von der Bayerischen Landesbank um einen Euro
zurück. Welche Rolle spielte EZB-Chef Trichet? War ein Konkurs damals
möglich oder unvermeidbar, gar wünschenswert? Wie wirkte sich die
Welt-Finanzkrise ab Herbst 2008 auf die Entscheidungen der
österreichischen Bundesregierung damals aus? Hatte
US-Nobelpreisträger Paul Krugman vielleicht doch recht: Er
bezeichnete Österreich im Frühjahr 2009 nach Island und Irland als
drittes Land, dem der Bankrott drohe.
Angesprochen wird auch das Verhalten der österreichischen Behörden,
die nur zögerlich auf Vorgaben der EU-Kommission in Brüssel
reagierten, die Einrichtung einer "Bad Bank" verzögerten und wie
durch diverse Untersuchungen die Bank und ihre Aktiva weiter an Wert
verloren.
Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der
Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand
abrufbar und wird auch als Live-Stream angeboten.
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