„Der Hypo-Skandal“ – eine TV-Dokumentation vor Beginn der parlamentarischen Aufarbeitung am 9. April um 22.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Es ist der teuerste Skandal der jüngeren Geschichte. Der finanzielle Zusammenbruch der Kärntner Hypo-Alpe-Adria-Bank wird Österreichs (und auch Bayerns) Steuerzahler Milliarden Euro kosten. Wie viele? Ungewiss! Seit zehn Jahren jagt in dieser Affäre eine finanzielle Schreckensbotschaft die nächste. Mittlerweile sind große Teile der Bank "verkauft", riesige Werte wurden vernichtet. Mehr als 150 Strafverfahren wurden eingeleitet, Manager und Politiker zu Haftstrafen verurteilt. Und kein Ende in Sicht. Wie kam es zu dieser Affäre? Wer trägt Schuld? War es Großmannssucht und Korruption im Kärnten Jörg Haiders? Waren es Bankmanager, die Wachstum um jeden Preis anstrebten? Warum sind die Aufsichtsbehörden nicht rechtzeitig eingeschritten? War die Verstaatlichung einer staatlichen bayrischen Bank tatsächlich unvermeidlich?

Zu Beginn der Ausschuss-Arbeit beleuchtet die in HD produzierte "Menschen & Mächte"-Dokumentation "Der Hypo-Skandal" von Gerhard Jelinek und Günther Kogler am Donnerstag, dem 9. April 2015, um 22.30 Uhr in ORF 2 die Geschichte der biederen Kärntner Landeshypothekenbank, die zur Hypo Alpe Adria Group wurde und auf dem Balkan als "systemrelevant" eingestuft wurde. Der Film zeichnet nach, wie es zur raschen Expansion, der ersten Krise durch Spekulationsverluste und schließlich dem Verkauf der Bank an die Bayern kam. Beispiele zeigen, wie in Kroatien und Serbien Hunderte Millionen Euro in dubiosen Projekten versickerten und wie sich die "Wörthersee-Gesellschaft" an der Bank "selbstbediente".

In einer minutiösen Darstellung anhand eines "Tagebuchs" eines Verhandlungsteilnehmers wird die "lange Nacht" im Dezember 2009 lebendig. An diesem "teuersten Wochenende der Republik" kaufte Österreich die Hypo von der Bayerischen Landesbank um einen Euro zurück. Welche Rolle spielte EZB-Chef Trichet? War ein Konkurs damals möglich oder unvermeidbar, gar wünschenswert? Wie wirkte sich die Welt-Finanzkrise ab Herbst 2008 auf die Entscheidungen der österreichischen Bundesregierung damals aus? Hatte US-Nobelpreisträger Paul Krugman vielleicht doch recht: Er bezeichnete Österreich im Frühjahr 2009 nach Island und Irland als drittes Land, dem der Bankrott drohe.

Angesprochen wird auch das Verhalten der österreichischen Behörden, die nur zögerlich auf Vorgaben der EU-Kommission in Brüssel reagierten, die Einrichtung einer "Bad Bank" verzögerten und wie durch diverse Untersuchungen die Bank und ihre Aktiva weiter an Wert verloren.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream angeboten.

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