Volkshilfe unterstützt Liga für Kinder- und Jugendgesundheit: Armut darf nicht krank machen!

Fenninger: „Zugang zu medizinischer Versorgung darf nicht von finanzieller Kaufkraft abhängen!“

Wien (OTS) - Die heutige Präsentation des sechsten Berichts zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich zeigt, dass sich Armut auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen auswirkt. "Wir wissen, dass das Armutsrisiko für Kinder in kinderreichen Familien, bei Kindern mit allein erziehenden Elternteilen und Kindern, deren Eltern einen Migrationshintergrund haben, steigt. Das bedeutet eine frühzeitige Erfahrung von Mangel, den die Kinder erleben, in vielen Bereichen ihres Lebens. Aber es darf nicht sein, dass es einen Zusammenhang zwischen der sozialen Ungleichheit einerseits und dem Gesundheitszustand andererseits gibt", sagt Erich Fenninger, Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe. Dazu trägt auch das erschreckende Faktum bei, dass Kinder zwar 20 % der österreichischen Bevölkerung ausmachen, ihnen aber nur 5,8 % der Gesundheitsausgaben zukommen.

Wie akut das Problem ist und wie viele Kinder in Österreich davon betroffen sind, zeigen die aktuellen EU-SILC-Zahlen: In Österreich sind 313.000 Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre armutsgefährdet. "Daher unterstützen wir die Forderung, dass Therapie- und Heilbehelfe für Kinder von den Krankenkassen finanziert werden sollen und es keinerlei Selbstbehalte für Kinder geben darf", sagt Fenninger. Aber es bedarf immer eines ganzen Bündels an Maßnahmen, um Kindern bessere Chancen im Leben zu geben. Im Volkshilfe Pilotprojekt "Kinderzukunft" wird auch gezielt daran gearbeitet, armutsbetroffenen Kindern neue Lebensräume wie Mitgliedschaften in Sportvereinen zu ermöglichen. Neben dem gesundheitlichen Aspekt erleben sie Wertschätzung und haben neue Vorbilder. Das wirkt sich sehr positiv aus.

Abschließend fordert Fenninger "dass Kinderarmut als vielschichtiges Phänomen stärker in den Blickpunkt von Politik und Gesellschaft gerückt werden muss. Und dabei ist es wichtig, sich den Blick der betroffenen Kinder anzueignen und sie nicht nur als Teil einer Familie sondern auch als eigenständiges Subjekt zu betrachten".

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