Bundesminister Ostermayer: "Es ist unsere Verantwortung, bessere Lebensbedingungen für Roma in Europa zu schaffen"

Internationaler Tag der Roma – Diskussionsveranstaltung im Parlament

Wien (OTS) - "Der Internationale Roma Tag gibt uns Anlass zur Erinnerung: Wir gedenken all jener Roma, die Opfer des Völkermords durch die Nationalsozialisten wurden und wir erinnern uns auch an die Opfer des Bombenattentats von Oberwart vor zwanzig Jahren. Gleichzeitig wollen wir nach vorne blicken und diskutieren, in welchen Bereichen wir weiter ansetzen müssen, um die Lebensrealität der Roma in Österreich und Europa zu verbessern", sagte Bundesminister Josef Ostermayer gestern, Dienstagabend, bei der Eröffnung der Diskussionsveranstaltung "Erinnerung in den Roma/Romnja-Communities" im Parlament. Nationalratspräsidentin Doris Bures hatte am Vorabend des Internationalen Roma Tages zu einer Podiumsdiskussion geladen.

In den vergangenen zwei Jahrzenten sei in einigen Bereichen eine positive Entwicklung zu beobachten, so Ostermayer. Das öffentliche Bewusstsein für die Situation der Roma habe sich deutlich erhöht und es habe eine Reihe von Initiativen auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene gegeben. "In Österreich war nicht zuletzt die Anerkennung der Roma als sechste autochthone Volksgruppe im Jahr 1993 ein wichtiger Schritt. Vor allem aber war und ist es der unermüdlichen Tätigkeit des 1995 konstituierten Volksgruppenbeirates und den Roma-Vereinen zu verdanken, dass gemeinsame Grundlagen für Verbesserungen geschaffen werden konnten."

Der Bundesminister verweis auch auf die im Jahr 2012 eingerichtete Dialogplattform zur nationalen Umsetzung der EU-Strategie zur Integration der Roma: "Mit dieser Plattform bringen wir Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Ländern, Gemeinden und zivilgesellschaftlichen Vereinen sowie Fachleute an einen Tisch, um gemeinsam an aktuellen Problemen zu arbeiten. Wir wollen damit eine stärkere Vertrauensgrundlage schaffen und Strategien zur Einbeziehung der Roma unterstützen." Die Plattform habe sich zu einem "bewährten Modell" entwickelt, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Aufgaben zu identifizieren. "Die positive Anerkennung dieses Dialogforums als ein Vorzeigemodell in der Europäischen Union hat uns in unseren Bemühungen noch bestärkt", so Ostermayer.

Es gehe nun darum, die auf nationaler Ebene und die zusätzlich durch EU-Kofinanzierung zur Verfügung stehenden Mittel bestmöglich im Sinne einer erfolgreichen Inklusion der Roma einzusetzen: "Inklusion ist ein weites Betätigungsfeld für die Politik. Es ist unsere Verantwortung, die notwendigen Rahmenbedingungen für Integration, für bessere Lebensbedingungen der Roma, für faire Chancen und gegen Diskriminierung zu schaffen", sagte Bundesminister Ostermayer abschließend.

Der "Internationale Tag der Roma" am 8. April erinnert an den ersten weltweiten Roma-Kongress 1971 in London, bei dem die "Romani Union" als internationale Vertretungsorganisation der Volksgruppe gegründet wurde. Traditionell begeht auch das Österreichische Parlament diesen Tag mit einer Veranstaltung, wobei diesmal Fragen des Erinnerns im Zentrum standen. Nach einer Keynote des Autors Karl-Markus Gauß diskutierten der Leiter des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstands, Gerhard Baumgartner, die Geschäftsführerin des Romano Centro, Andrea Härle, der Obmann des Kulturvereins österreichischer Roma, Rudolf Sarközi, und die Roma/Romnja-Aktivistin Irina Spataru am Podium.

Fotos von dieser Veranstaltung sind über das Fotoservice des Bundespressedienstes, http://fotoservice.bundeskanzleramt.at, kostenfrei abrufbar.

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