Humanitäre Krise: Jemen am Rande des Abgrunds

CARE: „Folgen für die Zivilbevölkerung katastrophal“

Wien (OTS) - Im Jemen besteht nach andauernden massiven Kämpfen die Gefahr, dass sich eine ohnehin fragile humanitäre Situation in eine größere Krise ausweitet, warnt CARE. Die Zahl der ZivilistInnen, die getötet, verletzt oder vertrieben werden, steigt dramatisch, während sich die Auseinandersetzungen über immer neue Teile des Landes erstrecken.

"Der Jemen ist einer der ärmsten Staaten im Mittleren Osten. Die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung könnten katastrophal sein, wenn die Kampfhandlungen andauern", sagt Daw Mohamed, Länderdirektor von CARE im Jemen. "Besonders besorgniserregend ist die Situation im Süden, wo die Gewalt eskaliert."
Der Zugang zu den Menschen, die Hilfe brauchen, ist schwierig. Viele Straßen und Brücken sind blockiert. Häfen und Flughäfen sind geschlossen. Es ist extrem schwierig, Hilfsgüter ins Land zu bringen, weil der Luftraum teilweise gesperrt ist.

Bereits vor den jüngsten Entwicklungen waren über 60 Prozent der Bevölkerung auf Hilfe angewiesen und mehr als 800.000 Kinder von schwerer Mangelernährung betroffen. In den umkämpften Gebieten müssen die Menschen in diesen Tagen selbst auf die letzten Reste einer funktionierenden Infrastruktur verzichten. Der Bedarf an lebenswichtiger Hilfe wächst jetzt rasant. Die Bevölkerung leidet: Es gibt kaum Benzin, die Lebensmittelpreise sind gestiegen und immer wieder fällt der Strom aus.

"Es ist wichtig, dass jetzt schnell Hilfsgüter ins Land kommen können und ein sicherer Zugang zu jenen gewährleistet wird, die auf Hilfe warten", sagt Daw Mohamed. Viele Spitäler wurden zerstört oder sind unzugänglich. Das hat nicht nur für die Verletzten Konsequenzen, sondern auch für hunderte Schwangere und Neugeborene, die jeden Tag medizinische Versorgung benötigen.

CARE ruft alle Konfliktparteien dazu auf, das Leben der ZivilistInnen zu schützen und einen sicheren Zugang für humanitäre Hilfe zu schaffen. Zudem sollten alle Parteien eine rasche politische Lösung des Konfliktes finden, um eine weitere Zuspitzung der Krise zu verhindern.

CARE arbeitet seit 1992 im Jemen und setzt sich dort u.a. für die wirtschaftliche Stärkung von Frauen und Jugendlichen ein. Weitere Aufgaben sind die Prävention von sexualisierter Gewalt und humanitäre Hilfe für Flüchtlinge und Kriegsopfer.

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