Bildungspolitik gefährdet die Zukunft Österreichs

FSG-GÖD-Bulant fordert von Heinisch-Hosek Stopp der Entwicklungsarbeit an Neuen Mittelschulen

Wien (OTS) - "Frau Ministerin, stoppen Sie per Erlass die Entwicklungsanstrengungen Ihrer LehrerInnen an den Neuen Mittelschulen", appelliert Thomas Bulant, FSG-Vorsitzender in der Gewerkschaft der PflichtschullehrerInnen, an das Unterrichtsressort. "Dieser Stopp soll so lange dauern bis auch der Koalitionspartner das Engagement der LehrerInnen für die Unterrichtsentwicklung an Neuen Mittelschulen schätzt und anerkennt, dass der Unterricht von Kindern aus bildungsfernen Schichten ressourcenintensiver ist als der von SchülerInnen aus bildungsnahen Schichten! Wir sind nicht die Deppen der Nation, die Entwicklungsarbeit für eine Schulart leisten, die immer wieder in Frage gestellt wird", so Bulant weiter. Schwerpunktbildungen, alternative Beurteilungsformen und Kinder-Eltern-Lehrer-Gespräche seien nur einige Beispiele für den unbezahlten Mehraufwand, den Pädagogen seit der Implementierung der Neuen Mittelschulen leisten.++++

Laut Bulant hätte es jeder bildungspolitisch Verantwortliche immer schon gewusst, dass die Neuen Mittelschulen wie zuvor die Hauptschulen an der Zweiklassengesellschaft im Pflichtschulalter kaum etwas ändern können. "Wer den leistungsschwachen Kindern ihre Peers aus dem leistungsstarken Segment nimmt, versündigt sich an der Zukunft unseres Landes", mahnt Bulant. "Sollten sich die Anhänger der Schulorganisation von 1962 wieder einmal durchsetzen, würden unzählige Talente für Studium und Berufswelt durch frühzeitige Segregation weiterhin fehl geleitet werden und verlorengehen. Österreich kann nicht auf 25 Prozent jeder Schülergeneration verzichten, ohne seine Wirtschaftskraft und seine Sozialnetze aufs Spiel zu setzen", meint der FSG-LehrerInnen-Gewerkschafter. Laut Bulant sollte 2018 mit dem beschlossenen Auslaufen der Hauptschulen und dem Vollausbau der Neuen Mittelschule der Weg für eine "Langform Pflichtschulzeit" geöffnet werden. Die durch LehrerInnen erarbeitete NMS-Lern- und Lehrkultur sollte wie auch das Gymnasium in dieser "Schule für alle" ihren Platz haben. "Dadurch hätte die ÖVP gymnasiale Inhalte gerettet und die Regierung eine Gesamtverantwortung aller PädagogInnen für die Bildungspflicht aller SchülerInnen inkludiert", schlägt Bulant vor und stellt fest: " Erst wenn sich die Regierung nicht mehr über diese schulorganisatorische Baustelle hinwegschwindelt, kann sie bei Fragen wie die der Autonomie und neuen Schulverwaltung von der Oberfläche ins Detail gehen."

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MMag. Dr. Thomas Bulant
Bundesvorsitzender der FSG in der Gewerkschaft der Pflichtschullehrer/innen
Schenkenstraße 4/5
1010 Wien
Mail: thomas.bulant@apsfsg.at
Mobil: 069919413999

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