Hintergrundinformation zur Entwicklung einer Branche: Shift happens - Die Markt- und Meinungsforschung befindet sich im Umbruch

Wien (OTS) - Unter http://www.ots.at/redirect/wirtschaftsblatt1 findet sich ein aktueller Artikel zum Thema

"Die Digitalisierung hat endlich auch die Markt- und Meinungsforschung erreicht - viel später und deutlich langsamer als in anderen Branchen, wie etwa der Musik- oder Foto-Industrie", so das Fazit von Mag. Thomas Schwabl, CEO vom Onlinemarktforschungsinstitut Marketagent.com, über einen wesentlichen Trend in der aktuellen Marktforschung. "Die Konsequenz aus dieser Entwicklung ist aber eine nachhaltige Neuordnung der Kräfte. Anfangs belächelt, dann bekämpft, war am Ende diese Entwicklung nicht aufzuhalten - auch Dampfmaschine und mp3 beweisen die Kraft von Megatrends."

Mafo muss Leute abholen, wo sie erreichbar sind

Schwabls Credo: "Es bestimmt nicht der Marktforscher die Erhebungsmethode, sondern die Interviewten sind dort abzuholen, wo ihre beste Erreichbarkeit und die höchste Teilnahmebereitschaft ist". Insofern gibt es nur einen Grundsatz: Die einzige Konstante ist die Veränderung und man muss mit der Zeit gehen. Und wenn die Bevölkerung Ihre Kommunikationsgewohnheiten ändert, dann muss sich der Marktforscher anpassen und nicht umgekehrt."

Auch telefonische Stichproben nicht mehr unantastbar

Währende viele die letzten 10 Jahre damit verbrachten, die Qualität der Online-Forschung anzuschwärzen, seien heute auch telefonische Stichproben nicht mehr unantastbar. Die Gründe liegen für alle Experten darin, dass seit Jahren eine rückläufige Teilnahmebereitschaft bei Telefoninterviews festzustellen ist und die potenziellen Umfrageteilnehmer schwerer zu erreichen sind. Außerdem treiben "mobiles only" die Kosten hinauf, der Gesetzgeber nahm Einschränkungen vor (Stichwort: cold calls) und last but not least zerstören Telemarketing-Agenturen, die Direct Marketing als Umfragen tarnen, den Ruf der Branche.

Die Krux mit den Mobiltelefonen

"Die rückläufige Festnetzdurchdringung und die mangelnde Teilnahmebereitschaft am Handy sind eklatant für die Marktforschung per Telefon", so Schwabl. In Zahlen: Zwischen 2004/Q1 und 2014/Q2 fiel die Anzahl der Festnetzanschlüsse in den österreichischen Haushalten von rund 2.405 Mio. auf 1.930 Mio. "Im Gegenzug profitiert natürlich die moderne Online-Marktforschung dank einer Durchdringungsrate von derzeit 83 % Internetverbindungen in den Haushalten", so Schwabl. (Quelle: AIM-Austrian Internet Monitor, rep. Österreich, ab 14 Jahren, Jänner-März, N=1.000 / RTR Telekom Monitor Q1/2014) "Damit ist die Repräsentativitätsdiskussion in den Hintergrund gerückt und Online Research wurde zur weltweit wichtigsten Erhebungsdisziplin." Schon jetzt ist die Online-Marktforschung (Quelle: ESOMAR World Research/2014) - weltweit betrachtet - mit satten 24 % die Nummer 1 bei den Methoden, während Befragungen via Telefon nur 12 % ausmachen.

Sechs Vorteile für Online-Marktforschung

Schwabl ortet sechs zentrale Vorteile für Online-Marktforschung:
Schnelligkeit, niedrigere Kosten, die Visualisierung bzw. die Einbindung von Multimedia-Inhalten, eine höhere Anonymitätswahrnehmung und dadurch Eignung für heikle Themen, die gute Erreichbarkeit von Nischen-Zielgruppen über Vor-Selektion sowie die effiziente Durchführung von Mehrländerstudien, da das Internet keine Grenzen kennt. "Damit entspricht man einfach den Wünschen und Anforderungen der Auftraggeber, nämlich rasch, effizient und effektiv eine Studie abzuwickeln", so Schwabl. Marketagent.com war das erste Institut im deutschsprachigen Raum, das sein Online Access Panel ISO-zertifizierte.

Das nächste große Ding

Für die Zukunft erwartet der Online-Marktforschungspionier Schwabl, dass "Mobile Research das nächste große Ding wird. Wenn man sich die Entwicklung der Down- und Uploadvolumen ansieht und das Teilnahmeverhalten der jungen Respondenten analysiert, ist es nur konsequent, schon heute dafür gewappnet zu sein, dass ein Online-Fragebogen auch über das Smartphone beantwortet wird." So betrug 2013/Q3 das Online-Datenvolumen 10.460 TB und stieg bis 2014/Q2 auf 36.950 TB.

Mafo in Österreich

In Österreich ist in der Marktforschung seit 2011 ein negatives Wachstum von 188 Mio. US Dollar auf 155 Mio. US Dollar, also von -17,55%, festzumachen (Quelle: ESOMAR World Research/2014). Die Ausgaben pro Kopf in der heimischen Marktforschung sind im Vergleich zu anderen Ländern sehr gering: so werden nur 18,32 US Dollar pro Jahr aufgewendet, in Deutschland sind es bereits 42,92 US Dollar pro Kopf und in Großbritannien schon 79,03 US Dollar pro Kopf. Schwabl dazu: "Der österreichische Markt wird von vielen Unternehmen oftmals als Anhängsel des großen Nachbars gesehen und nicht als eigenständiger Markt. Gerade mit Online-Marktforschung können auch die Spezifika des österreichischen Marktes sehr effizient erhoben werden."

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