Neues Volksblatt: "Scheuklappe" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 7. April 2015

Linz (OTS) - Das Ausblenden der Realität oder zumindest ein partielles Ignorieren von Tatsachen beherrscht man in der SPÖ wirklich bestens. Dass etwa die Neue Mittelschule ein qualitativer und ökonomischer Problemfall ist - kein Thema. Vielmehr flüchtet man sich in die Vision von "Fairness und Chancengleichheit", was allerdings keine Antwort etwa auf die Rechnungshofkritik an der NMS ist.
Das Verteufeln von Selbstbehalten ist schon deswegen eine Chuzpe, weil Selbstbehalte - von der ÖVP als Anreiz für eine gesündere Lebensweise gesehen -ein Faktum im Gesundheitssystem sind. Dass es sie gibt, sollten die (roten) Arbeitnehmervertreter in den Selbstverwaltungskörpern der Sozialversicherungen am besten wissen. Und wenn die SPÖ beim Thema Frauenpensionsalter mauert, dann blendet sie geflissentlich aus, dass es schon jetzt Bereiche gibt, in denen Frauen selbstverständlich ein Antrittsalter von 65 Jahren haben. Wenn man seitens der ÖVP die SPÖ "selbstzufrieden in der Komfortzone" verortet, dann reicht als Beleg dafür der Blick in die Bundeshauptstadt. Dass man sich dort in Sachen Pensionsregelung für die Magistratsbediensteten keinen Deut um eigentlich vereinbarte Reformen schert, geht letztlich zu Lasten aller Steuerzahler.
Um den Blick für die Realität zu schärfen müsste man nur ein bisschen die ideologische Scheuklappe lüften.

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