Weltgesundheitstag: Drei von zehn syrischen Flüchtlingen in Jordanien haben keine Gesundheitsversorgung

Laut einer aktuellen Befragung von CARE können immer weniger Flüchtlinge die Kosten für medizinische Versorgung aufbringen.

Wien/Amman (OTS) - Seit November 2014 müssen syrische Flüchtlinge für medizinische Leistungen zahlen: Die jordanische Regierung kann die Kosten für die freie Nutzung des öffentlichen Gesundheitssystems nicht mehr tragen.

"Die Situation ist besonders für Familien mit Kindern, älteren Menschen und Personen mit akuten oder chronischen Krankheiten dramatisch. Eine Mutter sagte mir, dass sie sich kein Insulin mehr leisten kann und Angst hat, in ein Diabeteskoma zu fallen", so Salam Kanaan, CARE-Länderdirektorin in Jordanien. Die Hälfte der Familien mit einem schwangeren Familienmitglied gab außerdem an, keine Geburtsvorsorge zu haben.

CARE hat insgesamt 1.300 Familien befragt: Drei von zehn berichteten, dass sie keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung haben. Der Gesundheitszustand der syrischen Flüchtlingen verschlechtert sich rapide: Die meisten leben auf engstem Raum in desolaten, feuchten Wohnungen und können sich im Winter nicht leisten, zu heizen. Seit das Welternährungsprogramm die Ausgabe von Essensgutscheinen kürzen musste, bedrohen Hunger und Mangelernährung die Gesundheit der Flüchtlinge: "Die Familien leihen sich Geld für Nahrungsmittel und Medikamente, verkaufen das wenige Hab und Gut, das ihnen noch geblieben ist", so Kanaan.

Psychosoziale und psychologische Unterstützung werden ebenfalls benötigt: "Kriegserlebnisse, die Trauer um Familienangehörige und der jahrelange Kampf ums Überleben verursachen enorme psychische Belastungen. Eltern berichten uns, dass ihre Kinder verlernt haben zu sprechen."

CARE appelliert an die internationale Gemeinschaft, die jordanische Regierung bei der Stärkung der Kapazitäten des öffentlichen Gesundheitssystems zu unterstützen. "Die Zusagen bei der Geberkonferenz in Kuwait reichen noch lange nicht aus, um die Menschen in dieser größten humanitären Krise unserer Zeit mit dem Nötigsten zu versorgen", so Kanaan.

Die Studie wird im Mai veröffentlicht.

CARE Österreich bittet um Spenden für die syrischen Flüchtlinge:
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