Nicht nur der April, auch die Polizei, macht was sie will

Prozessbeginn gegen Jahn B. am 8. April: Offensive gegen Rechts und Linz gegen Rechts kritisieren den nächsten Prozess gegen einen Antifaschisten auf das Schärfste

Wien/Linz (OTS) - Im Zuge der Demonstration gegen den Burschenschafter-Aufmarsch am 4. Juni 2014 wurde der Antifaschist Hüseyin brutal festgenommen. Jahn B. forderte die amtshandelnden Polizist_innen dazu auf, den verletzten Hüseyin ins Krankenhaus zu bringen. Ohne jeglichen Grund wurde er plötzlich selbst von der Polizei festgenommen. Am 8. April um 09:00 beginnt nun der Prozess gegen Jahn B. im Wiener Landesgericht. Vorgeworfen werden ihm die Hinderung einer Amtshandlung, schwere Körperverletzung, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung.

Jahn B. selbst zu den Ereignissen am 4. Juni: "Ich habe lautstark versucht die Öffentlichkeit auf das, was passiert ist, aufmerksam zu machen. Damit sich mehr Leute dafür interessieren, habe ich geschrien und gesagt, sie sollen Hüseyin ins Krankenhaus bringen. Von hinten hat mir dann ein Polizist die Hoden gedrückt. Ich habe noch gefragt:
"Was geht mit dir?" und dann wollte mich der Kommandant auch schon mitnehmen. Da haben mich sechs WEGA-Polizist_innen festgenommen."

Käthe Lichtner, Sprecherin der Offensive gegen Rechts dazu: "Jahn B. wollte lediglich auf die brutale Festnahme von Hüseyin hinweisen. Die absurde Anklage gegen Jahn B. reiht sich in die absurden Prozesse gegen Antifaschist_innen in den letzten Jahren ein." Dominik Samassa vom Bündnis Linz gegen Rechts ergänzt: "Es scheint, als gelte die Unschuldsvermutung für Antifaschist_innen nicht. Während zahlreiche rechte Übergriffe und Verstöße gegen das Verbotsgesetz am Rande der rassistischen Pegida-Kundgebungen bisher klein geredet werden, sehen sich Antifaschist_innen willkürlichen Unterstellungen ausgesetzt."

Die beiden großen antifaschistischen Bündnisse Offensive gegen Rechts und das Bündnis Linz gegen Rechts sprechen ihre volle Solidarität mit Jahn B. und allen anderen kriminalisierten Antifaschist_innen aus. "Wir fordern die Öffentlichkeit dazu auf, den Prozess gegen Jahn B. kritisch zu begleiten. Wir lassen uns nicht einschüchtern und nicht kriminalisieren. Antifaschismus ist kein Verbrechen!", schließen Lichtner und Samassa unisono.

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