Pittermann zu Vorsorgevollmacht: Pensionistenverband für mehr Information, unabhängige Beratung und einfacheren Zugang

Formulare müssen einfacher formuliert und erhältlich sein – Patientenverfügung künftig auf der E-Card und in ELGA speichern

Wien (OTS) - Im Rahmen einer Pressekonferenz zum Thema Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung betonte Dr. Elisabeth Pittermann, ehemalige Primaria und Gesundheitssprecherin des Pensionistenverbandes Österreichs die Notwendigkeit von mehr Information, umfassender und unabhängiger Beratung, sowie den Abbau von Hürden durch u.a. einfachere und leichter zugängliche Formulare. "Ich bin zu 100 Prozent für die Vorsorgevollmacht. Ich habe selbst eine. Sie schafft Sicherheit, sie muss unbedingt ausgebaut werden! Ich begrüße daher die ‚Informationsoffensive Vorsorgeservice‘, als wichtigen Schritt. Es braucht aber noch weitere Maßnahmen. Die Informationsarbeit muss dahingehend verstärkt werden, dass man die Menschen über alle Konsequenzen einer Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht aufklärt!", betont Dr. Pittermann, die sich dafür ausspricht, dass die Formulare künftig leichter verständlich formuliert werden und u.a. in Krankenhäusern und bei Ärzten aufgelegt werden: "Dadurch wird der Zugang erleichtert und Barrieren abgebaut. Denn viele ältere Menschen verfügen über kein Internet um die Formulare herunterzuladen und durch die teilweise komplizierten Formulierungen in den Formularen entstehen Unklarheiten, Unsicherheiten und Hemmschwellen." ****

Zum Thema Patientenverfügung hielt Frau Dr. Pittermann fest, dass hier eine ärztliche Beratung gesetzliche Pflicht sei und sie diese nur im bereits bestehenden Krankheitsfall abschließen würde. "Beim Abschluss einer Patientenverfügung muss auch stets die medizinische Entwicklung berücksichtigt werden. Derzeit spricht man in der Medizin von einer ‚Halbwertszeit‘ von 3 bis 5 Jahren - dann gilt der aktuelle Wissenstand als überholt", so Pittermann. Die derzeitige Befristung auf fünf Jahre sollte daher beibehalten werden. "Da die Patientenverfügungen derzeit nicht alle zentral gesammelt erfasst werden - so speicherte die Notariatskammer ihre z.B. im Register des Roten Kreuzes - spricht sich der Pensionistenverband dafür aus, dass die Patientenverfügung künftig zentral erfasst und auf der E-Card und in ELGA gespeichert wird", stellt Dr. Pittermann klar.

Pensionistenverband informiert breit über Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Der Pensionistenverband Österreichs, die größte und mitgliederstärkste Seniorenorganisation Österreichs, informiert und berät seine Mitglieder bereits seit langem umfassend und unabhängig zu Fragen rund um Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. "Ich halte selbst immer wieder Vorträge in Wien und in den Bundesländern, berate und gebe Auskunft", so Dr. Pittermann.

Gegen höhere Selbstbehalte im Gesundheitswesen

Zu der Forderung der ÖVP nach generellen Selbstbehalten im Gesundheitswesen hielt Dr. Pittermann am Rande der Pressekonferenz noch fest: "Der im Entwurf zum neuen Parteiprogramm der ÖVP enthaltenen Forderung nach höheren Selbstbehalten im Gesundheitswesen erteilt der Pensionistenverband Österreichs eine klare Absage. Dies widerspricht dem Solidarprinzip und würde vor allem die sozial Schwächeren und PensionistInnen besonders hart treffen. Der Pensionistenverband wird es sicher nicht zulassen, dass Menschen dafür bestraft werden, dass sie - aufgrund des biologischen Alterungsprozesses des Körpers - vermehrt medizinische Hilfe in Anspruch nehmen! Daher: Ein klares Nein, zu generellen Selbstbehalten im Gesundheitswesen!" (Schluss)

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Tel.: 01/313 72 31
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