Wurm zu Equal Pay Day: Lohnschere wird kleiner - aber viel zu langsam

Bestehende Instrumente evaluieren und verbessern

Wien (OTS/SK) - "Die Lohnschere zwischen Frauen und Männern wird zwar kleiner, aber viel zu langsam. Wir müssen bestehende Instrumente wie Einkommensberichte oder verpflichtende Gehaltsangaben in Stelleninseraten auf ihre Wirkung untersuchen und gegebenenfalls nachschärfen", fordert SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm zum heutigen "Equal Pay Day". Bis zum heutigen 31. März müssen Frauen in das Jahr 2015 hinein weiterarbeiten, um auf denselben Verdienst wie Männer im Jahr 2014 zu kommen. Die Berechnungen fußen auf Zahlen des Rechnungshofes; die Basis sind Vollzeitgehälter. ****

Frauen verdienen noch immer um fast 24 Prozent weniger als Männer. Ein Teil des Gender-Pay-Gap ist auf die ungleiche Verteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit zwischen Frauen und Männern, Überstunden und die Berufswahl zurückzuführen. Deshalb sind Maßnahmen wie der flächendeckende Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und Instrumente für einen höheren Anteil von Männern in Karenz auch so wichtig, so die SPÖ-Abgeordnete. Als weitere Schritte fordert Wurm die Einführung eines "Papa-Monats" für die Privatwirtschaft sowie mehr Anreize für Väter, in Karenz zu gehen. Außerdem begrüßt Wurm die Ankündigung von Frauenministerin Heinisch-Hosek, in Kürze eine Plattform vorzustellen, die Mädchen über technische Berufe informiert.

Immerhin 15 Prozent des Pay-Gap seien nicht erklärbar - "das ist pure Diskriminierung. Frauen erhalten ein geringeres Einkommen nur deshalb, weil sie Frauen sind", erklärt Wurm. Deshalb sollten richtige Instrumente wie die Einkommensberichte und verpflichtende Gehaltsangaben weiter verbessert werden. "Es ist viel passiert in den letzten Jahren, um die Einkommensschere kleiner zu kriegen. Es wurden aber noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Eine Quote für Frauen in Aufsichtsräten privater Unternehmen wäre ein wirksames Instrument, um Frauen mehr Chancen in der Berufswelt einzuräumen", ergänzt Wurm.

Generell brauche es eine Neubewertung der Arbeit, das erfordert ein gesellschaftliches Umdenken, aber auch Änderungen in den Gehaltssystemen, die immer noch Branchen und Berufe, die vor allem Männer ausüben, besser stellen. Außerdem sollten in allen Kollektivverträgen Karenzzeiten für Vorrückungen etc. angerechnet werden. In der Gewerkschaft der Privatangestellten sei dies erfreulicherweise in fast allen KVs schon gelungen. (Schluss) ah/sc

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