AK Marterbauer: "Das Budgetdefizit kann keine Ausrede mehr sein"

Budgetziel nahezu erreicht, jetzt Rekordarbeitslosigkeit bekämpfen

Wien (OTS) - Das Budgetdefizit des Gesamtstaates fiel 2014 wie schon in den Vorjahren deutlich niedriger aus, als veranschlagt. Das zeigen die neuesten Daten der Statistik Austria. Von den 7,9 Milliarden Euro (2,4 Prozent des BIP) entfallen 4,5 Milliarden auf Bankenkosten durch die HETA. Ohne diese Belastungen beträgt das Defizit 3,4 Milliarden Euro, also 1 Prozent des BIP. Damit dürfte das strukturelle, um Konjunktureinflüsse und Einmalmaßnahmen bereinigte Defizit auf Basis der Berechnungsmethoden der Europäischen Kommission dem mittelfristigen Haushaltsziel (-0,45 Prozent des BIP) bereits sehr nahe kommen.

"Die Budgetsituation ist deutlich günstiger als vielfach dargestellt", sagt Markus Marterbauer, Leiter der AK Wirtschaftswissenschaft. Damit ist Österreich auch auf gutem Weg, den zu hohen Schuldenstand - ein Erbe der von Banken und Finanzmärkten ausgelösten Krise - zu verringern. Gefahr droht nur von neuen bösen Überraschungen im Bankensektor.

Während aber die Budgetsituation relativ günstig ist, erreicht die Arbeitslosigkeit Rekordniveau. "Das Budgetdefizit kann hier keine Ausrede sein", so AK Marterbauer. Maßnahmen zur Förderung der Beschäftigung und Senkung der Arbeitslosigkeit sind wirtschaftlich dringend notwendig und finanziell leistbar. Ab 2016 werden die konsumfördernden Effekte der Entlastung der Arbeitseinkommen durch die Steuerreform helfen; kurzfristig sind zusätzliche Anstrengungen in der aktiven Arbeitsmarktpolitik und bei der Verkürzung der Arbeitszeit notwendig.

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien Kommunikation
Katharina Nagele
Tel.: (+43-1) 501 65 2678
katharina.nagele@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0001