Bures: Verpflichtung, Erinnerung an Ernst Kirchweger hochzuhalten

Nationalratspräsidentin würdigt wichtige Initiative für "Steine der Erinnerung" am Ort des Attentats

Wien (PK) - Morgen, Dienstag, jährt sich der gewalttätige Übergriff auf den antifaschistischen Widerstandskämpfer Ernst Kirchweger zum 50. Mal. Im Zuge einer Demonstration gegen Professor Taras Borodajkewycz und seine antisemitischen Äußerungen wurde Kirchweger am 31. März 1965 von einem rechtsradikalen Gegendemonstranten brutal niedergestreckt und erlag zwei Tage später seinen schweren Verletzungen.

"Ernst Kirchweger überlebte zwar die Verfolgung durch die Nationalsozialisten, seine antifaschistische Haltung kostete ihn aber 20 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg das Leben. Ernst Kirchweger war das erste Todesopfer rechtsradikaler Gewalt in der Zweiten Republik. Wir haben die Verpflichtung, ihn in unserer Erinnerung hochzuhalten. Kirchwegers tragisches Leben und sein tragischer Tod müssen auch nächsten Generationen als Mahnung und als Warnung vor Rechtsradikalismus und Antisemitismus im Gedächtnis bleiben", unterstrich Nationalratspräsidentin Doris Bures am Montag. "In einem Gedenkjahr wie 2015, wo wir des Kriegsendes, der Republiksgründung, der Staatsvertragsunterzeichnung und des EU-Beitritts gedenken, müssen wir den Blick auch auf die schmerzlichen Stellen unserer Geschichte rücken. Die nur sehr zögerliche Entnazifizierung nach dem Krieg und die verschleppte Aufarbeitung unserer nationalsozialistischen Vergangenheit gehören da zweifelsohne dazu. Kirchweger erinnert auch an die Versäumnisse der Nachkriegszeit", so Doris Bures.

Die Nationalratspräsidentin begrüßt ausdrücklich die gemeinsame Initiative sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen und der Österreichischen HochschülerInnenschaft, die am 31. März im Gedenken an Ernst Kirchweger "Steine der Erinnerung" in der Philharmonikerstraße verankern. "50 Jahre nach dem tragischen Geschehen gibt es nun erstmals einen Anker der Erinnerung an Ernst Kirchweger am Ort des Attentats." (Schluss) red

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