„kreuz und quer“ am 31. März: „Das Geheimnis der Maria Magdalena“ und „Die Weltfrau“

Wien (OTS) - Maria Magdalena gehört zu den bekanntesten Frauengestalten in der Bibel. Doch in der kirchlichen Tradition und in der Kunst gibt es kein einheitliches Bild von ihr. Die einen betonen ihre Bedeutung als erste Zeugin der Auferstehung Jesu, für andere ist sie die reuige Sünderin, die ehemalige Prostituierte. In neuerer Zeit wird ihr von manchen die Rolle der Gefährtin oder gar Geliebten Jesu zugeschrieben. Wie diese vielfältigen Darstellungen der Maria Magdalena entstanden sind, untersucht Melvin Bragg in der aufwendig gestalteten HD-Dokumentation "Das Geheimnis der Maria Magdalena", die "kreuz und quer" - präsentiert von Christoph Riedl-Daser - am Dienstag, dem 31. März 2015, um 22.35 Uhr in ORF 2 zeigt.

Seit 20 Jahren setzt sich Annemarie Kury unermüdlich für die Opfer des Balkankrieges ein, hat mehr als 170 Transporte von Hilfsgütern organisiert und selbst durchgeführt. Mit "Die Weltfrau" folgt um 23.30 Uhr ein von Michael Cencig gestaltetes filmisches Porträt einer engagierten Frau, die als Kind gemeinsam mit ihrer Familie aus Böhmen vertrieben wurde und vor einigen Jahren den Tod ihres eigenen Sohnes verkraften musste.

"Das Geheimnis der Maria Magdalena" - Präsentation: Melvin Bragg, Regie: Rob Cowling (deutsche Bearbeitung: Rosemarie Pagani-Trautner)

Melvin Bragg ist britischer Drehbuchautor. Unter anderem verfasste er auch das Drehbuch zur Verfilmung des weltberühmten Musicals "Jesus Christ Superstar" von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice. Dabei begann er sich näher mit der geheimnisvollen Maria Magdalena aus der Bibel zu befassen und versucht in der Dokumentation verständlich zu machen, wie sich das Bild der Maria Magdalena im Laufe der Jahrhunderte immer wieder veränderte.

In den vier Evangelien der Bibel wird Maria Magdalena zwar nicht oft erwähnt, tritt aber in Schlüsselsituationen auf. So heißt es, Jesus habe ihr sieben Dämonen ausgetrieben - ein möglicher Hinweis auf ihre Heilung von schwerer Krankheit. Des Weiteren wird berichtet, dass sie mit anderen Frauen bei der Kreuzigung Jesu zugegen war. Sie war es auch, die am Ostermorgen das leere Grab vorgefunden und der sich der auferstandene Christus gezeigt hat. Vielleicht gefiel es nicht allen Männern in der noch jungen Jesus-Bewegung, dass eine Frau eine so zentrale Rolle in der Heilsgeschichte einnimmt, mutmaßt Melvin Bragg in der Dokumentation. Fest steht, dass mehrere Frauengestalten der Bibel sich im Lauf der Zeit vermischten und sich so auch das Bild der Maria Magdalena veränderte. Da taucht im Lukas-Evangelium eine reuige Sünderin auf, eine ehemalige Prostituierte. Im Evangelium nach Johannes gibt es eine Maria von Bethanien. Von beiden Frauen wird berichtet, dass sie Jesus mit einem kostbaren Balsam salbten und seine Füße mit ihren Haaren trockneten. Im Lauf der Jahrhunderte verschmolzen diese drei Frauengestalten zu einer einzigen Person.

Abhängig davon, welches Frauenbild gerade in Mode ist, wird in verschiedenen Epochen Maria Magdalena ganz unterschiedlich dargestellt. Von der engsten Vertrauten Jesu bis zur sündigen Verführerin nimmt sie fast jede Rolle ein. Und auch in der Gegenwart beschäftigt Maria Magdalena nach wie vor die Fantasie der Künstler. Der italoamerikanische Regisseur Martin Scorsese verursachte einen Riesenskandal, als er den Roman "Die letzte Versuchung Christi" des griechischen Schriftstellers Nikos Kazantzakis verfilmte und einen Jesus zeigte, der am Kreuz von der erotischen Vereinigung mit Maria Magdalena fantasiert. Im Musical "Jesus Christ Superstar" von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice wird ebenfalls das Nahverhältnis zwischen Jesus und Maria Magdalena thematisiert. Und obwohl manche christliche Gruppierungen heftig gegen das Musical protestierten, wurde es ein ungeahnter Erfolg und seine Lieder Tophits. Und so bleibt Maria Magdalena auch heute noch, zwei Jahrtausende nach der Jesus-Geschichte, eine Person, die die Fantasie der Menschen beflügelt.

"Die Weltfrau" - Ein Film von Michael Cencig

Seit Ausbruch des Krieges am Balkan 1992 sammelt Annemarie Kury Spenden für notleidende Menschen im ehemaligen Jugoslawien. Sie bringt Geld, Kleidung und Lebensmittel - und finanziert bosnischen Familien Ziegen, Schafe oder auch einmal eine Kuh. Aus dem Verkauf der Milchprodukte beziehen diese Familien ein bescheidenes Einkommen. Eines von Kurys Hauptprojekten ist das Haus "Koraci nade" (Schritte der Hoffnung), ein Tageszentrum für Kinder mit multiplen Behinderungen in Tuzla. Hier arbeiten gut ausgebildete bosnische Therapeutinnen mit mehr als 100 Kindern, die zur Therapie kommen.

Bei ihren Fahrten nach Bosnien besucht Kury auch zahlreiche Familien, die oft in abgelegenen Gegenden in Armut leben. Nicht wenige Frauen mussten nach dem Krieg als Witwen ihre Kinder durchbringen - und "die Situation wird in Bosnien nicht besser, leider schlechter", schreibt Annemarie Kury in einem ihrer Fahrtenberichte: "Viele Menschen arbeiten zu viel, andere bekommen keine Arbeit - in Bosnien sind es 50 Prozent." Arbeit zu bekommen sei nicht nach dem Leistungsprinzip, sondern nur mit Freundschaft oder Bestechung möglich. "Nicht nur das Teilen von Materiellem, sondern auch von Hoffnung, von Zeit ist dringend notwendig."

Ihr Engagement hat sie bald auch zur Einsicht gebracht, dass sie auch Zeiten des Rückzugs braucht. Einmal im Jahr betreut Annemarie Kury für einige Wochen eine Selbstversorgerhütte in der Nähe von Murau in der Steiermark, wo sie auch Wanderer bewirtet. Dennoch bleiben ihr Zeiten der Stille und des Gebets, aus denen Kury ihre Kraft schöpft, den Menschen in Bosnien tatkräftig zu helfen.

"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.

Das gesamte TV-Angebot des ORF - ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + - ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0002