Allianz Report: Hochhaus-Boom entfacht neue Risiken

Feuer, Windlast und Naturkatastrophen als größte Risiken Österreich: 75% der höchsten Gebäude seit dem Jahr 2000 gebaut Neue Risiken: Designrisiko bei Prototypen

Wien (OTS) - Im aktuellen Supertall Buildings Risk Bulletin analysiert der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) die Herausforderungen und größten Risiken beim Bau von Hochhäusern weltweit. Dabei zeigt sich, dass Feuer eines der Top-Risiken für Hochhäuser ist - speziell während der Bauphase. Darüber hinaus sind es vor allem Naturkatastrophen, die für hohe Gebäude gefährlich werden: Das Fundament von Hochhäusern muss stark genug sein, um Erdbeben und Stürme gefahrlos zu überstehen. Weitere Gefahren sind Überschwemmungen und Wasserschäden - gerade zum Baustart sind Risiken wie Sturzfluten zu berücksichtigen, die große Baugruben fluten können.

Österreich: Einziger Wolkenkratzer des Landes unter Europas Top 20 Der jüngste Bauboom lässt sich auch aus den aktuellen Zahlen ableiten: 55 Prozent der höchsten Gebäude der Welt entstanden in den letzten vier Jahren. Noch in diesem Jahr wird der weltweit 100. Wolkenkratzer mit über 300 Meter Höhe fertiggestellt. Dabei ist eine Verlagerung von den USA nach Asien deutlich erkennbar: Die überwiegende Mehrheit derartiger Bauprojekte konzentriert sich heute auf China, Südostasien und den Mittleren Osten. Aber nicht nur in Asien ist der Hochhaus-Boom sichtbar. Wie der Allianz Vergleich zeigt, bestätigt sich der internationale Trend auch hierzulande. "75 Prozent der 20 größten Gebäude Österreichs wurden seit dem Jahr 2000 gebaut", erklärt Ole Ohlmeyer, Country Manager von AGCS Austria. Österreichs einziger Wolkenkratzer, der DC Tower 1 in der Donaucity in Wien, wurde 2013 errichtet und nimmt mit 220 Metern in der Europa-Rangliste aktuell den 20. Platz ein, weltweit befindet sich der DC Tower 1 allerdings nicht unter den Top 100. Österreichs zwanzig höchste Gebäude weisen im Moment eine durchschnittliche Höhe von rund 113 Metern auf - rund zwanzig Meter höher als die Freiheitsstatue in New York.

Neue Risiken: Designrisiken bei Prototypen

Beim Bau von immer höheren Wolkenkratzern betreten Bauunternehmer und Versicherer Neuland - es entstehen dadurch auch neue Risiken, wie zum Beispiel das Design-Risiko: Darunter versteht man die Gefahr von Fehlkonstruktionen, die bei "Supertall-Buildings" weitaus schwerwiegendere Folgen als bei kleineren Projekten haben. Viele der Wolkenkratzer sind einmalige Projekte, bei denen erstmals neue Baumaterialien zum Einsatz kommen, die bis zu diesem Zeitpunkt beispielsweise nur in Windkanälen getestet worden waren.

Versicherungsschutz für Mehrfach-Milliarden-Projekte

Die immer kurzfristigeren und komplexeren Bauprojekte stellen auch die Versicherer vor enorme Herausforderungen. Dabei geht es vor allem um die Bewertung und Steuerung der komplexen Risiken dieser außergewöhnlichen Projekte. ""Die Projektbegleitung der Versicherer in Form einer engen Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, in der Bau-als auch in der Planungsphase, ist besonders wichtig", erklärt Ahmet Batmaz, Global Head of Engineering Risk Consultants bei AGCS. Alle Projektphasen können versichert werden. Aufgrund der außerordentlichen Dimensionen der derzeit höchsten Gebäude und der Tatsache, dass ihr Wert schnell über die 1-Milliarde-Euro-Marke steigt, wird das Gesamtprojekt generell von einem Konsortium von (Rück-)versicherern versichert. Neben der Bereitstellung einer Allgefahren-Deckung für Bauprojekte bieten Versicherungsgesellschaften wie AGCS aber auch eine sogenannte Decennale-Versicherung für Schäden nach der Bauausführung, die Versicherungsnehmern Schutz gegen materielle Schäden durch fehlerhaftes Design, Baumaterialien oder Arbeitsausführung bietet.

Ausblick: Aufzugstechnik und Baumaterialien als Bremse für Mega-Projekte

Entwürfe für den ersten "Mile-High"-Turm (Höhe von 1,6 Kilometern) gibt es bereits. Bis zur Umsetzung dürften allerdings noch einige Jahre vergehen, da unter anderem die Aufzugtechnik mit der Bautechnik nicht Schritt halten kann. Die derzeit verfügbare Technologie begrenzt die Aufzughöhe auf rund 600 Meter, was in erster Linie an der Brems- und Verkabelungstechnik liegt. Weitere einschränkende Faktoren sind zum Beispiel Sicherheitsvorkehrungen für die Nutzer des Gebäudes und die Nachbarschaft oder die Verfügbarkeit von Baumaterialien. Insbesondere die Verwendung neuer, für Gebäude dieser Größenordnung geeigneter, Werkstoffe verlangsamt die rasante Entwicklung der letzten Jahre.

AGCS

Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS) ist die eigene Marke der Allianz Gruppe für Firmen- und Spezialrisiken. AGCS bietet Versicherungs- und Risikomanagementberatung über das gesamte Spektrum von Spezialversicherung, ART und Firmengeschäft: Marine, Aviation (inkl. Space), Energy, Engineering, Entertainment, Financial Lines (inkl. D&O), Mid-Corporate, Liability und Property (sowie Internationale Versicherungsprogramme). Weltweit operiert AGCS in 29 Ländern mit eigenen Einheiten und in mehr als 160 Ländern über das Netzwerk der Allianz Gruppe und andere Partner. Sie beschäftigt über 3.500 Mitarbeiter, bietet Versicherungslösungen für mehr als die Hälfte der Fortune Global 500-Unternehmen und zeichnet weltweit insgesamt 5,4 Milliarden Euro Bruttoprämien pro Jahr (2014).

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Foto: Ole Ohlmeyer ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
Foto: Ahmet Batmaz ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
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