Industrie: Nachhaltige Pensionsreform nicht verschleppen

IV-Präs. Kapsch: Gesamtheitliche Pensionsreform in Richtung Beitragsorientierung - Frühzeitige Pensionsformen einschränken, Anhebung Frauen-Pensionsantrittsalter vorziehen

Wien (OTS/PdI) - "Österreich hat ein generelles Problem im Pensionssystem, das nur durch eine gesamtheitliche Reform gelöst werden kann. Wir brauchen langfristig eine Umstellung von einem leistungsorientierten auf ein beitragsorientiertes Pensionssystem, denn das jetzige ist künftig nicht mehr haltbar. Wir müssen heute beginnen, um mit dieser Umstellung, die bis zu 25 Jahren dauert, die Pensionen langfristig abzusichern", betonte der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Georg Kapsch, anlässlich der heutigen Äußerungen von Sozialminister Hundstorfer im "Journal zu Gast". "Österreich hat noch immer ein besonders niedriges faktisches Pensionsantrittsalters und die Kosten für das Pensionssystem liegen heute schon weit über Plan und steigen weiter massiv an", so Kapsch. Laut der Pensionskommission steigen die Bundesmittel für Pensionen von 9,7 Mrd. Euro im Jahr 2013 auf 13,5 Mrd. Euro im Jahr 2019 an. "Es ist jetzt Zeit zu handeln, die bisherigen Reformschritte im Pensionssystem sind unzureichend. Seit 1970 hat sich die Pensionsbezugsdauer der Frauen im Durchschnitt rund verdoppelt, jene der Männer sogar vervierfacht", so der IV-Präsident und unterstrich:
"Wir brauchen ein Pensionssystem, das die Veränderung der Lebenserwartung konsequent berücksichtigt. Das entspricht auch der wiederholten Empfehlung von EU-Kommission und OECD. Nur so können wir echte Nachhaltigkeit und die langfristige Finanzierbarkeit sicherstellen." Auch die weitere Einschränkung gesetzlicher Frühpensionsmöglichkeiten und eine raschere Anpassung des gesetzlichen Frauenpensionsalters an das der Männer seien notwendig.

Ein Bonus-Malus-Quotenmodell für Ältere sei "sachlich völlig ungerechtfertigt. Unter Berücksichtigung der Personen in Schulung liegt die Arbeitslosenquote der Über-50-Jährigen unter der allgemeinen Arbeitslosenquote", so Kapsch. Verwundert sei er, dass der öffentliche Dienst bei der Beschäftigung Älterer weniger streng sei als die Wirtschaft. "Es ist nicht verständlich warum Unternehmen zur Kassa gebeten werden sollen, wenn - unter anderem ausgerechnet auch im Sozialministerium - im öffentlichen Dienst nur drei Prozent der Männer und ein Prozent der Frauen mit dem Regelpensionsalter in Pension gehen. Ganz davon abgesehen, dass sich ausgerechnet im öffentlichen Dienst die teure 'Hacklerregelung' als beliebteste Pensionsform bei einer klaren Mehrheit von über 50 Prozent etabliert hat", so Kapsch. "Es muss das Ziel sein, für heutige und kommende Generationen eine verlässliche Altersversorgung garantieren zu können. Das kann uns nur gelingen, wenn wir endlich damit anfangen, die steigende Lebenserwartung auch im Pensionssystem abzubilden", betonte Kapsch. "Die Betriebe leisten jedenfalls ihren Beitrag - das beweisen immer mehr Beispiele aus Unternehmen, die für alter(n)sgerechtes Arbeiten sorgen", so Kapsch.

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