Greenpeace zu OMV: Raus aus sensiblen Ökosystemen!

Neuer Vorstandsvorsitzender Rainer Seele muss Ölbohrprojekte in Arktis und Adria stoppen

Wien (OTS) - Infolge der heute stattgefundenen außerordentlichen OMV-Aufsichtsratssitzung fordert Greenpeace den designierten Vorstandsvorsitzenden Rainer Seele auf, die geplanten Ölbohrpläne in ökologisch sensiblen Gebieten wie Arktis und Adria aufzugeben. "Die OMV gefährdet mit beiden Vorhaben wichtige Ökosysteme", erklärt Greenpeace-Sprecher Lukas Meus. "Die neue Führungsspitze der OMV kann jetzt Stärke beweisen und mit einem Richtungswechsel in der Energiegewinnung die längst notwendige Verantwortung für unsere Umwelt übernehmen."

Der OMV-Konzern plant bereits im ersten Halbjahr 2015 in der Nähe von Bjaaland in der Barentssee Bohrungen durchzuführen. Die zu erwartende Ölförderung würde in der derzeit nördlichsten Bohrgegend vor Norwegen stattfinden, wo extreme Wetterbedingungen vorherrschen. Die Arktische Eisdecke liegt nur 66 Kilometer von der geplanten Bohrstelle entfernt. Im Falle eines Ölunfalls könnte das Öl die eisbedeckten Gewässer leicht erreichen. Auf und unter dem Eis könnte ausgetretenes Öl kaum entfernt werden. Bei tiefen Temperaturen dauert der Zersetzungsprozess des Öls Jahrzehnte. "Die OMV würde mit der Ölplattform eine tickende Zeitbombe mitten in eines der noch letzten intakten Ökosysteme legen", so Meus.

Auch im Süden ist die OMV aktiv: Anfang dieses Jahres sicherte sich der österreichische Konzern sieben Ölbohrlizenzen vor der Küste Kroatiens. Diese und weitere Lizenzen wurden von der kroatischen Regierung jedoch vor Abschluss der gesetzlich vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsprüfung vergeben. Insgesamt sollen zukünftig 90 Prozent der kroatischen Adriafläche für Gas- und Ölbohrungen geöffnet werden. Ein Ölunfall könnte schwerwiegende Folgen für das Ökosystem und damit für die lokale Bevölkerung der auch unter ÖsterreicherInnen sehr beliebten Urlaubsdestination haben. "Für Kroatien stellt der Tourismus einen wichtigen Wirtschaftszweig dar. Neben dem immensen ökologischen Risiko, ist auch dieser durch die Ölbohrungen gefährdet", so Meus abschließend.

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Pressesprecher
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