Huainigg: LEBEN bis zuletzt!

Bewährten österreichischen Weg der Hospiz- und Palliativversorgung weitergehen

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Von Juni 2014 bis März 2015 arbeitete die parlamentarische Enquete-Kommission "Würde am Ende des Lebens". Heute wurde der Bericht mit den 51 einstimmig beschlossenen Empfehlungen im Nationalrat behandelt. Auf Grundlage der Arbeit der Enquete-Kommission und durch die Umsetzung ihrer Empfehlungen soll der erfolgreich bewährte österreichische Weg, der die flächendeckende Hospiz- und Palliativversorgung stärkt und der Versuchung nach Tötung auf Verlangen eine klare Absage erteilt, entsprechend dem schon einstimmigen Beschluss aus dem Jahr 2001 konsequent fortgesetzt werden. "Wenn Menschen den dringenden Wunsch äußern, nicht mehr leben zu wollen, dann meinen sie damit häufig, so - unter diesen Umständen - nicht mehr leben zu wollen. Es liegt an uns - an der Politik, an der Gesellschaft, an jedem Einzelnen, diese Umstände so zu gestalten, dass der Sterbewunsch obsolet wird. Das beginnt bei der öffentlichen Verantwortung einer finanziellen Grundausstattung für Hospizversorgung und Palliativmedizin und endet bei der generationenübergreifenden Mitmenschlichkeit, beim Füreinander-Da-Sein im Privaten. Der Lebenswille schwindet, wenn Menschen einsam sind, wenn sie von Angst und Schmerz geplagt sind. Wir müssen das Leid bekämpfen, aber nicht den Leidenden. Wir müssen die Einsamkeit bekämpfen, aber nicht die Einsamen. Wir müssen die Trauer bekämpfen, aber nicht die Trauernden. Wir müssen darüber reden, wie wir ein würdevolles Leben bis zuletzt ermöglichen können und nicht darüber, wie wir uns den unangenehmen und schweren Phasen im Leben am besten und vermeintlich einfachsten entziehen können. Denn Töten kann niemals die Antwort auf Angst, Einsamkeit, Schmerz und Leid sein!", äußerte sich ÖVP-Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg, ÖVP-Fraktionsvorsitzender der Enquete-Kommission, in seinen Ausführungen im Nationalrat.

"Es erfüllt mich mit Stolz, dass die von mir geforderte Enquete-Kommission zu ethisch äußerst schwierigen Fragen am Lebensende realisiert und auf sehr hohem Niveau durchgeführt wurde. An dieser Stelle möchte ich meinen Kolleginnen und Kollegen im Nationalrat, den hochkarätigen Expertinnen und Experten sowie allen Bürgerinnen und Bürgern und nicht zuletzt den nimmermüden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Hintergrund danken, dass sie sich so engagiert eingebracht und dadurch maßgeblich dazu beigetragen haben, das Thema des Krankseins und Sterbens zumindest ein Stück weit aus der Tabuzone zu heben. Wir haben im vergangenen Halbjahr im Zuge der Enquete-Kommission darüber geredet und wir müssen es weiterhin tun. Mein Wunsch ist, dass wir den Diskurs auf diesem hohen Niveau öffentlich weiterführen und nicht hinter bereits Erreichtes zurückfallen. Der Tod mag Privatsache sein, Gesetze sind es nicht", so Huainigg abschließend.
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