- 25.03.2015, 11:39:03
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65. Wiener Gemeinderat (2)
Fragestunde
Utl.: Fragestunde =
Wien (OTS) - Die fünfte Anfrage stellte GR Wolfgang Seidl (FPÖ) an
Gesundheitsstadträtin Mag.a Sonja Wehsely (SPÖ). Er wollte wissen,
wann das Krankenhaus Nord in Vollbetrieb gehe. 2017, antwortete
Wehsely. Ein aktueller Bericht des Stadtrechnungshofes habe belegt,
dass das Bauprojekt hinsichtlich Organisation und Finanzierung im
Plan sei.
Aktuelle Stunde zum Thema "Lebenssprache Deutsch -Integration
durch Sprache"
GR Mag. M.A.I.S. Johann Gudenus (FPÖ) sagte: Die deutsche Sprache
sei Mittel zur sowie Indikator der Integration. "Deutsch vor Eintritt
in den Regelunterricht" sei eine langjährliche Forderung der
Freiheitlichen. Werde Zugewanderten der Erwerb der deutschen Sprache
nicht abverlangt, dränge sie das in Isolation. 46 Prozent der Wiener
SchülerInnen hätten nicht Deutsch als Muttersprache. Gudenus: "Der
einzelne Schüler kann nichts dafür, sondern das System ist schuld."
GRin Ing.in Isabella Leeb (ÖVP) zeigte sich erfreut über den
"Grundkonsens", dass Integration nur durch Sprache erfolgen könne.
Sie begrüßte die Überlegung der Bundesregierung, Vorbereitungsklassen
für Zugezogene einzurichten. Sie verwehrte sich gegen den Ausdruck
"Ghetto-Klassen" und wollte sie als "Chance" verstanden wissen. Die
"wahre Segregation" passiere durch fehlendes Deutsch in Unterricht
und Arbeitswelt. Leeb wünschte sich mehr Kontrollen in Kindergärten
hinsichtlich des Spracherwerbs.
GR Senol Akkilic (Grüne) meinte: Eine "kluge Stadt" nehme die
Bedürfnisse und Gegebenheiten ihrer Bevölkerung wahr, um deren
Potenziale abschöpfen zu können. Dass in Wien 800.000 mehrsprachige
Menschen lebten, solle etwa für die Wirtschaftsaußenpolitik genutzt
werden. Es sei "rassistisch", Deutsch als überlegen gegenüber anderen
Sprachen zu sehen.
GR Christian Hursky (SPÖ) sagte in Richtung FPÖ: "Für Sie ist
alles schlecht, was anders ist." Sie seien zwar für Deutsch,
gleichzeitig hätten die Freiheitlichen im Gemeinderat gegen sämtliche
Förderungen von dahingehenden Kursen, Basis- und Erwachsenenbildung
gestimmt. Hursky bekannte sich zur Sprache als Integrationsmittel,
diesbezüglich sei in den Schulen bereits viel passiert. Auch das
verpflichtende Kindergartenjahr habe beim Deutscherwerb geholfen.
GR Dr. Wolfgang Aigner (Klubungebundener Mandatar) forderte
Deutsch als Pausensprache in den Schulen. Dafür brauche es keine
gesetzliche Regelung, dies könne in der jeweiligen Hausordnung
festgelegt werden. Vielsprachigkeit in Schulen bringe keinen
Mehrwert, sondern nehme SchülerInnen die Kommunikationsmöglichkeit.
Weil in der Vergangenheit von Zugezogenen Deutschkenntnisse nicht
verlangt worden seien, hätte sich eine Parallelgesellschaft
entwickelt.
GRin Mag.a Ines Schneider (ÖVP) rief zum Respekt vor anderen
Bevölkerungsgruppen auf, forderte aber gleichzeitig das Beherrschen
der deutschen Sprache als "kleinsten gemeinsamen Nenner" der
Integration. "Egal ob beim Arzt oder beim Einkaufen, wer sich nicht
verständigen kann, wird zum Außenseiter." Schneider wollte
Sozialstrukturen überdenken - so sollten etwa "ethnische
Konzentrationen" in bestimmten Schulklassen verhindert werden.
GRin Mag.a Martina Wurzer (Grüne) nannte Mehrsprachigkeit ein
"Geschenk". Es sei wichtig, alle Sprachen zu fördern, nicht nur
Deutsch. Wer sich auf eine Sprache beschränke, vergeude die
Potenziale seiner Mitmenschen. Dies hätte auch einen wirtschaftlichen
Aspekt. Studien belegten "Exporterlösverluste" durch mangelnde
Sprachbreite innerhalb einer Gesellschaft. Wurzer sprach sich für
Türkisch und Bosnisch-Kroatisch-Serbisch (BKS) als Maturagegenstände
aus.
GR Dominik Nepp (FPÖ) wiederholte die Forderung seiner Fraktion
nach Deutsch vor Schuleintritt. Eine gemeinsame Sprache fördere die
Zusammengehörigkeit und beuge Konflikten am Schulhof vor.
Dementsprechend sei Deutsch auch als Pausensprache wichtig.
(Forts.) esl/buj
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