- 24.03.2015, 09:57:54
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Blecha: Vergaberecht darf nicht altersdiskriminierend sein
Sozialkriterien müssen Eingang in Vergaberecht finden
Utl.: Sozialkriterien müssen Eingang in Vergaberecht finden =
Wien (OTS) - "Das Vergaberecht darf nicht altersdiskriminierend sein.
Der Pensionistenverband fordert eine Abkehr vom
Billigstbieter-Prinzip. Vielmehr müssen Sozialkriterien
berücksichtigt werden und der Bestbieter muss den Zuschlag bei einer
Ausschreibung bekommen", forderte Pensionistenverbands-Präsident Karl
Blecha heute. Grund für Blechas Vorstoß sind die unter anderem von
ÖBB-Chef-Kern und Vida-Gewerkschafter Hebenstreit aufgezeigten
Benachteiligungen von Busunternehmen, die ältere Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer beschäftigen und dadurch gegenüber Firmen mit z.B.
jungen Leiharbeitern einen Wettbewerbsnachteil haben. "Wenn wir das
ernst nehmen mit dem Möglichmachen länger zu arbeiten, wenn wir das
ernst nehmen mit der Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalter,
dann müssen wir das auch dort berücksichtigen, wo große Aufträge
ausgeschrieben und vergeben werden. Es muss sichergestellt werden,
dass Firmen, die Ältere beschäftigen keinen Nachteil haben", erklärte
Blecha. ****
Der Pensionistenverbands-Präsident will bei den aktuell laufenden
Verhandlungen um ein neues Vergaberecht Druck machen. Blecha: "Der
Pensionistenverband will die Sozialkriterien im Vergaberecht aber
nicht nur auf ältere ArbeitnehmerInnen reduziert wissen. Auch Firmen
die Lehrlinge einstellen, die Frauen beschäftigen und eben ältere
DienstnehmerInnen, dürfen keine Nachteile haben, weil sie durch
diesen Umstand vielleicht höhere Personalkosten haben als Firmen, die
sich nicht um Lehrlingsausbildung, betriebliche
Gesundheitsvorsorgeprogramme und Frauenbeschäftigung kümmern.
Weiteres Argument Blechas: "Höhere Arbeitslosigkeit und zusätzliche
Frühpensionierungsaufwände machen das vermeintlich billigere Angebot
letztlich insgesamt teurer. Und: in der Baubranche, wo ebenfalls
hoher Kostendruck herrscht und Firmen mit älteren Beschäftigten oft
nicht zum Zug kommen, leidet unter den Billigstbietern sehr häufig
die Qualität der Arbeit. Beschwerden über Mängel und teure
Folgeinstandhaltungskosten sind bei diesen Billigstfirmen gang und
gäbe. Das Sprichwort ‚Wer billig kauft, kauft teuer‘ trifft hier
besonders häufig zu", so Blecha.
"Wenn wir Betriebe haben wollen, die Lehrlinge ausbilden, die Ältere
beschäftigen, dann müssen wir diese Firmen unterstützen", so der
Pensionistenverbands-Präsident abschließend. (Schluss)
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