LAbg. Walter Naderer: „Verlust an Biodiversität bei Baumarten beschleunigt das Bienensterben

Radikaler Kahlschlag entlang von Wegen, Straßen und in Parks verursacht Artensterben und zerstört Idylle!

St. Pölten (OTS) - Von einer witzigen und dennoch schaurigen Auseinandersetzung mit einem Bauern berichtete der NÖ LAbg. Walter Naderer in der gestrigen Landtagssitzung als es um Ausbildungsordnung für das Berufsbild des Biomasseproduzenten ging. Naderer prangerte die weit verbreitete Unwissenheit der Motorsäge schwingenden Agrararbeiter und Bauern an und berichtete von einer Episode mit einem Bauern, der eine Salweide umgeschnitten hatte. Auf die Frage, ob dieser wisse, um welche Pflanze es sich handle und welche Bedeutung diese im Ökosystem des Standortes hätte, hörte er die Antwort: "Des is Poimkatzl, des siecht jeda! Poimkatzl brauch ma nimma, es geht kana mea in de Kiachn!" (deutsche Übersetzung: Das sind Palmkätzchen, wie jeder erkennen kann! Palmkätzchen brauchen wir nicht, bei uns geht niemand mehr in die Kirche!) Mit diesem Beispiel zeigte Naderer auf, dass die Motorsäge selbst wertvollste Einzelgehölze, hochstämmige Obstbäume, Landschaftselemente und idyllische, schattenspendende Bäume in Parks und an Spazierwegen, nicht verschont.

Experten sagen: Salweide ist als Frühblüher eine der wichtigsten Energiepflanzen für winterharte Insekten. Nicht nur Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs und unzählige Hummelarten brauchen bei ihren ersten Flügen nach der Winterruhe die Blüten von Salweide, Haselnuss und Kornelkirsche(Dirndl), auch die Bienen sind auf diese Blüten bei ihren Reinigungsflügen nach dem Winter angewiesen. Artenverlust bei diesen Baumarten ist mit ein Grund für das Bienensterben!

"Wenn solche Pflanzen aus Kultivierungsgeilheit entfernt werden, hat das fatale Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem rund um den Standort! Brennwert haben Weidengehölze kaum, also kann Energienutzung kein Motiv für das Umschneiden sein!" erkennt der Mandatar.

"Im Winter geben kahle Bäume und Sträucher nicht viel her. Im Sommer aber bei über 30 Grad C werden Mikroklima, Idylle und Schatten zu einer begehrten Notwendigkeit für alle Lebewesen und Schatten wird für den Menschen zum Gut! Dafür braucht man Gespür und fundiertes Wissen, das sollte bei der Ausbildung zum Biomasseproduzent auch vermittelt werden!" appellierte LAbg. Naderer.

Der von ihm eingebrachte Resolutionsantrag zu verstärkter Vermittlung biologischen Wissens und einer Aktualisierung der Roten Liste gefährdeter Arten wurde - wie erwartet - von der ÖVP Mehrheit im NÖ Landtag abgelehnt. "Die ÖVP produziert zwar schöne Prospekte und Zeitschriften, die ein naturfreundliches Bild zeigen sollen, in der Praxis wird in NÖ Naturschutz aber sehr klein geschrieben und von den Bauern als Schikane interpretiert."

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LAbg. Walter Naderer
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