Industrie: Bonus-Malus-Quotenmodell sachlich nicht gerechtfertigt

IV-GS Neumayer: Arbeitslosenquote Älterer ist geringer (!) als Gesamtarbeitslosenquote - Senkung der Arbeitszusatzkosten und Strukturreformen im Pensionssystem umsetzen

Wien (OTS/PdI) - "Unter Berücksichtigung der Personen in Schulung liegt die Arbeitslosenquote der Über-50-Jährigen unter (!) der allgemeinen Arbeitslosenquote. Zudem hat seit Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise in dieser Altersgruppe die Beschäftigung kontinuierlich zugenommen. Unsere Betriebe zählen auf Know-How und Einsatz erfahrener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer. Die Industrie spreche sich daher klar gegen Quotenmodelle für ältere Personen aus, denn "es kann nicht sein, dass für alles und jeden Quoten ausgedacht und festgeschrieben werden. Bürokratische Mehrbelastungen für Betriebe schaffen keinen einzigen zusätzlichen Arbeitsplatz, sondern strangulieren den Arbeitsmarkt nur weiter", so Neumayer. "Das Bonus-Malus-Quotenmodell ist, wie auch die Entwicklung der Arbeitslosenquote bei älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zeigt, sachlich völlig ungerechtfertigt! Was wir brauchen sind strukturelle Reformen, die Wachstum und Beschäftigung ankurbeln. Denn während die Reformen in anderen Ländern wirken und die Arbeitslosigkeit sinkt, hängt die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standortes an einem seidenen Faden. Die Politik ist gefordert, Absichtserklärungen zur Stärkung des Standorts auch umzusetzen", so der IV-Generalsekretär

Daher fordere die Industrie auch mit Nachdruck die - im Regierungsprogramm vereinbarte - Senkung der Arbeitszusatzkosten. "Im Bereich der Unfallversicherung und des Familienlastenausgleichsfonds besteht erhebliches Potenzial zur Senkung der Beiträge - hier müssen endlich Taten folgen. Zudem sind grundlegende Reformschritte im Pensionssystem selbst anzugehen, insbesondere die weitere Einschränkung frühzeitiger Pensionsmöglichkeiten und die raschere Anpassung des gesetzlichen Frauenpensionsalters an jenes der Männer. Notwendig ist eine verlässliche Politik, die klare Signale und Rahmenbedingungen für alle Akteure setzt: Nicht nur Unternehmen, auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen noch stärker sensibilisiert werden, dass eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit ohne Alternative ist", wie der IV-Generalsekretär betonte.

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