Schwentner: Bonus-Malus für Menschen über 50 gut

Grüne: Teilpension setzt falschen Schwerpunkt

Wien (OTS) - "Wer länger arbeiten will, muss auch länger arbeiten können", sagt Judith Schwentner, Sozialsprecherin der Grünen, zum angedachten Bonus-Malus-System der Regierung. "Betriebe, die mehr Menschen über 50 beschäftigen als im Durchschnitt der jeweiligen Branche, profitieren. Und wer weniger Menschen über 50 beschäftigt, hat einen Anreiz, das zu verändern. So werden Betriebe dazu motiviert, auf nachhaltige Personalentwicklung zu setzen."

Denn in der Realität haben es ältere ArbeitnehmerInnen sehr schwer. "Ältere Menschen werden jedoch immer stärker aus Jobs gedrängt und so in eine Doppelmühle gezwungen: Einerseits bekommen sie keinen Job, und andererseits werden sie dafür geprügelt, zu früh in Pension zu gehen." Geflissentlich übersehen wird, dass 42 Prozent aller Menschen, die in Pension gehen, nicht aus dem Job, sondern aus Arbeitslosigkeit oder Krankheit in Pension gehen.

"Ein Bonus-Malus-System allein wird aber nicht genügen", meint Schwentner. Auch junge Menschen brauchen Jobs. Und wer Jobs will, wird in Zukunftsbranchen wie etwa Bildung, Pflege und Betreuung, Wissenschaft und Forschung oder Umwelt investieren müssen."

Ein wenig Stirnrunzeln verursachen hingegen die Pläne der Regierung zur "Teilpension": "Da wird Geld in einen Bereich gepumpt, der bereits mit langen Versicherungszeiten und gutem Einkommen abgesichert ist und wo es bereits einen Pensionsanspruch gibt, während arbeitslose Menschen unter 62 de facto im Stich gelassen werden", bemängelt Schwentner.
Es ist gut, wenn Menschen länger arbeiten, aber Steuergelder sind besser aufgehoben, wenn damit neue Beschäftigung für 50- oder 55-jährige arbeitslose Menschen geschaffen wird, statt hohe Pensionen von gut ausgebildeten und gut verdienenden Männern aufzubessern", betont Schwentner.

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