Market-Umfrage: Höchstmaß an Verständnis für Spitalsärzte aus der Wiener Bevölkerung

Wiener in Sorge um die Gesundheitsversorgung – Ärztekammer fordert rasches Handeln

Wien (OTS) - "Eine aktuelle und im Auftrag der Wiener Ärztekammer erhobene Umfrage des oberösterreichischen Meinungsforschungsinstituts Market hat ergeben, wie besorgt die Wiener Bevölkerung über die gesundheitspolitische Entwicklung in der Bundeshauptstadt ist und wie sehr sie Verständnis für die Proteste der Wiener Spitalsärzte hat", betont Hermann Leitner, Obmann der Kurie angestellte Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien. Im Zuge der Umfrage wurden vom 17. bis 19. März 2015 600 Personen aus der Wiener Bevölkerung im Alter von 16 bis 65 Jahren mittels einer Kombination aus Online- und Telefonerhebung befragt. ****

Die Ärztekammer ist mit ihrer Kritik am Vorgehen der Stadt Wien im Zusammenhang mit dem Spitalsärztekonflikt demnach offensichtlich nicht allein: 80 Prozent der Befragten gaben an, für die Ablehnung des neuen Arbeitszeitmodells des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) durch die Ärztinnen und Ärzte Verständnis zu haben. Zwei Drittel befürworten sogar persönlich die Gegenwehr der Spitalsärzte. "Die verantwortlichen Gesundheitspolitiker sind aufgerufen, die Sorgen und Ängste der Ärztinnen und Ärzte sowie der Bevölkerung ernst zu nehmen", erklärt Leitner. "Die Patienten befürchten Auswirkungen auf die medizinische Versorgung."

Konkret geht es dabei um die Sorge über übermüdete Ärztinnen und Ärzte, zu lange Wartezeiten in den Ambulanzen sowie eine generelle Beunruhigung über die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Wien. "Patientinnen und Patienten müssen vor übermüdeten Spitalsärzten geschützt werden, deswegen ist eine Reduzierung ihrer Wochenarbeitszeit sinnvoll": Dieser Aussage stimmen satte 85 Prozent der Befragten zu.

Bereits jetzt wird von 84 Prozent der Befragten festgestellt, dass Ärztinnen und Ärzte in Wiens Spitälern in zu kurzer Zeit zu viele Patientinnen und Patienten behandeln müssten. Hinzu kommt, dass mehr als 70 Prozent der Befragten weitere Verschlechterungen bei den Wartezeiten in Ambulanzen befürchten. "Die angestrebte Lösung muss vor allem eine Entlastung für die Ambulanzen durch bessere Rahmenbedingungen im niedergelassenen Bereich bringen", fordert daher Leitner. Schließlich hätte die Umfrage ergeben, dass die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten in den Ambulanzen - im Vergleich zum stationären und niedergelassenen Bereich - um einiges schlechter ausfalle.

Verschlechterung in der Gesundheitsversorgung wahrgenommen

"Wir haben es nun schwarz auf weiß: Zwei Drittel der Wiener Bevölkerung machen sich Sorgen, dass die Gesundheitsversorgung in Wien nicht gesichert ist, wenn sich die Verhandlungspartner mit den Spitalsärzten nicht einigen", schildert Leitner die Situation. Obwohl die Zufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung der Patientinnen und Patienten insgesamt noch überwiegend positiv ausfällt, registrierte rund ein Drittel der Befragten bereits in den letzten zwei bis drei Jahren Einbußen in der Gesundheitsversorgung. "Es ist ein rascher Handlungsbedarf gegeben, um die Spitalsärzte zu entlasten, denn sonst werden diese Befürchtungen der Patientinnen und Patienten auch tatsächlich und in deutlich stärkerer Art und Weise eintreten."

Am kommenden Montag, dem 23. März 2015, protestiert die Ärztekammer mit einem großen Demonstrationszug, der von der MedUni Wien bis zum Maria-Theresien-Platz führt, gegen die Pläne der Stadt Wien. In der Market-Umfrage wurde auch das Verständnis der Bevölkerung für diese Protestmaßnahmen abgefragt. Mehr als zwei Drittel stehen diesen demnach positiv gegenüber. "Die Patientinnen und Patienten stehen hinter uns, wir rechnen daher am Montag auch mit einer beachtlichen Unterstützung aus der Bevölkerung", so Leitner. (ssch)

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