JW-Rohrmair-Lewis: Jungunternehmer warten noch immer auf Crowdfunding-Gesetz

Junge Wirtschaft erinnert Bundesregierung an überfälliges Versprechen, attraktiven Rechtsrahmen für alternative Finanzierungsformen zu schaffen

Wien (OTS) - "Schon seit einem Jahr sollte es einen rechtlichen Rahmen für alternative Finanzierung geben, aber wir warten immer noch auf ein neues Gesetz, das Jungunternehmern und Start-ups den Zugang zu Fremdkapital über alternative Finanzierungsformen ermöglicht. Allerdings sehen wir ein Licht am Ende des Tunnels, denn es gibt gute Regierungsvorschläge. Diese müssen nun so rasch wie möglich in einer Gesetzesvorlage münden. Dabei darf es aber keine bösen Überraschungen geben, denn eine falsche Regelung mündet nicht in einer Verbesserung, sondern in einer Verschlechterung der aktuellen Situation", so Herbert Rohrmair-Lewis, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft (JW).
Im Dezember 2013 war die Hoffnung unter den heimischen Jungunternehmern und Start-ups groß: Die Bundesregierung versprach damals in ihrem Arbeitsprogramm die Schaffung eines attraktiven Rechtsrahmens für alternative Finanzierungsmodelle bis März 2014. Damit sollte die angespannte Kreditsituation in Folge der strengeren Eigenkapitalbestimmungen für Banken rasch entschärft werden. "Ich nehme die Klausur nächste Woche zum Anlass, um die Bundesregierung an ihr offenes Versprechen zu erinnern. Durch ihr Zuwarten in den letzten zwölf Monaten hat sich die Kreditsituation auch nicht verbessert", so Rohrmair-Lewis.

JW fordert Umsetzung der Expertenvorschläge

Der Jungen Wirtschaft brennt das Thema Finanzierung schon seit langem unter den Nägeln, sie hat deshalb gemeinsam mit Experten konkrete Lösungsvorschläge erarbeitet. Diese sehen eine Änderung des Einlagenbegriffs im Bankwesengesetz vor und empfehlen eine Anhebung der Grenze für die kostspielige Prospektpflicht. Derzeit liegt diese bei 250.000 Euro, während laut EU-Regeln 5 Millionen Euro möglich sind. Darunter soll es je nach Projektvolumen unterschiedliche Informationspflichten geben. Zudem pocht die JW auf einen Business Angel-Freibetrag von 50.000 Euro.

Weitere Versprechen ausständig

Die Bundesregierung hat sich in ihrem Programm ebenfalls zum Ziel gesetzt, Gründungen von Unternehmen wesentlich zu erleichtern. So soll die Pflichtveröffentlichung in der Wiener Zeitung abgeschafft werden. Zudem ist der Ausbau der One-Stop-Shop Agency geplant, indem die Eintragung einer Gründung im Firmenbuch künftig im Rahmen der elektronischen Gewerbeanmeldung in den 90 WKO Gründerservice-Stellen erfolgt. "Leider wurden auch diese Versprechen noch nicht umgesetzt. Die Leichtigkeit, welche die Regierung an den Tag gelegt hatte, bei der Steuerreform in die Taschen der Unternehmer zu greifen, soll sie jetzt auch bei der Umsetzung von Reformen an den Tag legen. Ich hoffe aber, dass die Bundesregierung den Steuerreform-Schwung mit zur Klausur nimmt und diese für die heimischen Jungunternehmer wichtigen Punkte umsetzt", so der JW-Bundesvorsitzende. (PWK204/PM)

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