Das kleine 1x23 der Wiener Bezirke: Hernals

Teil 19 der inwien.at-Serie über Bezirksstatistiken

Wien (OTS/RK) - Im 18. Jahrhundert eine beliebte Region für die Sommerfrische wohlhabender WienerInnen, ab 1865 die erste Pferdetramway Wiens: Heute gibt es in Hernals immer noch viele Erholungsgebiete, die Pferdetramway vom Schottentor nach Dornbach wurde allerdings von der Straßenbahnlinie 43 abgelöst und bringt ihre Fahrgäste mit mehr als zwei Pferdestärken ans Ziel. Durch den Bezirk fließt, heute kanalisiert und unterirdisch, die Als. Sie ist nach dem Wienfluss der längste Wienerwaldbach. Der Bezirksname leitet sich von dem Rittergeschlecht die "Herren von Als" ab. In Gürtelnähe dicht besiedelt mit städtischer Struktur, nimmt die Bebauung des langgezogenen 17. Wiener Gemeindebezirkes gegen Westen hin ab. Mit vielen Kleingartenanlagen und Villengebieten bis zu den Ausläufern des Wienerwaldes ähnelt er seinem Nachbarbezirk Ottakring.

Stadtauswärts wird's grün

Die 1.139,1 Hektar Bezirksfläche nehmen 2,7 Prozent des Wiener Stadtgebiets ein. Damit liegt Hernals flächenmäßig an zehnter Stelle im Bezirksvergleich. Über die Hälfte davon, 52,9 Prozent, sind Grünflächen. Davon wiederum sind mehr als drei Viertel bewaldet. 21 städtische Parkanlagen gibt es im Bezirk. Dazu zählt der älteste Landschaftsgarten Österreichs: Der Schwarzenbergpark in Neuwaldegg misst rund 80 Hektar und geht direkt in den Wienerwald über. Ursprünglich war das Areal im Besitz des irischen Grafen Moriz Lacy. Dessen Mausoleum, 1794 errichtet, steht in Form eines griechischen Tempels im ruhigsten Teil des Schwarzenbergparks - im Volksmund "Morizruh" genannt. Der Schlosspark wurde später von der Adelsfamilie Schwarzenberg und schließlich von der Stadt Wien übernommen. Das Erholungsgebiet verfügt über Spielplätze, Lagerwiesen, Grillplatz, Teiche und Laufstrecken. Insgesamt verfügt Hernals über 21 Spielplätze und zwei Großsportanlagen. Der 1904 errichtete Sportclubplatz - die Heimstätte des Fußballvereins Wiener Sportklub -gilt als ältester noch bespielter Fußballplatz Österreichs.

Sieben Berge, einer trägt den gruseligen Namen "Zwei Gehängte", erstrecken sich über den Bezirk, wobei der Schafberg mit Währing geteilt wird. 11,5 Hektar Boden werden landwirtschaftlich genutzt, 80 Prozent davon für Weinbau. Das sind lediglich 1,3 Prozent der Wiener Rebflächen. Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts war der Wein die Haupterwerbsquelle dieses Gebietes.

Ältestes Hallenbad, erste Freilufteisbahn

35,7 Prozent des Bezirkes sind verbaut. Unter den Bauobjekten finden sich einige Baujuwele und "Urwiener Institutionen". Dazu zählt das Jörgerbad als das älteste und erste Hallenbad im Besitz der Gemeinde Wien. Bis zum Zusammenbruch der Donaumonarchie als Kaiser-Franz-Joseph-Bad geführt, feierte es 2014 sein 100-jähriges Bestehen. An der Jörgerstraße liegt auch die Kunsteisbahn Engelmann, die 1909 die erste Freilufteisbahn der Welt eröffnete. Statuen des Schrammel-Quartetts zieren den Alszauberbrunnen am Elterleinplatz. Die Figuren wurden während des Zweiten Weltkrieges eingeschmolzen und in den 1980er Jahren neu gegossen. Es gibt auch einige architekturhistorisch bedeutende Gemeindebauten. So profitiert etwa die Gegend um den Elterleinplatz von dem Bezirkszentrum nach Plänen von Harry Glück. Es vereint in einem Häuserblock Wohnungen, Einkaufszentrum, Volksschule und soziale Einrichtungen.

54.422 Menschen leben in Hernals, damit reiht sich der Stadtteil an die 14. Stelle im Bezirksvergleich. Wohngebiete mit über 27.000 Wohnungen nehmen rund 80 Prozent der verbauten Fläche ein. Die Wohnungen sind durchschnittlich 69 Quadratmeter groß und werden von 2,01 Personen bewohnt. Der Anteil an Singlehaushalten ist mit 46,4 Prozent etwas höher als der Wiener Mittelwert. Das Jahreseinkommen hingegen mit 19.531 Euro etwas niedriger und entspricht 93,5 Prozent des durchschnittlichen Wiener Jahresbezuges.

Bevölkerungsentwicklung in Hernals

Die stärkere Bevölkerungsdynamik der letzten Jahre führte aber zu einer entsprechenden Zunahme der Bevölkerung. Falls sich der langjährige Trend fortsetzen sollte, ist bis zum Jahr 2034 mit einem Zuwachs von bis zu 6.000 Personen auf rund 61.000 zu rechnen, was einen Anstieg von elf Prozent bedeutet.

Der zu erwartende EinwohnerInnenzuwachs könnte vor allem von den Altersgruppen der 0- bis 14-Jährigen sowie der 60- und Mehrjährigen getragen werden. In den kommenden Jahren dürfte ein stabiles Geburtenplus und die Zuwanderung wesentlich zum Bevölkerungswachstum beitragen. Der Anteil der Bevölkerung, die im Ausland geboren ist, wird sich voraussichtlich von 36 Prozent im Jahr 2014 auf bis zu 40 Prozent im Jahr 2034 erhöhen.

Quelle: MA 23 - Wirtschaft, Arbeit und Statistik / Statistik Austria / Wien Geschichte Wiki / Wikipedia.org

Statistisches Jahrbuch 2014

Das Statistische Jahrbuch 2014 der Stadt Wien sowie die Studie "Wien wächst..." unter Federführung der MA 23 stehen als kostenloser Download zur Verfügung unter www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html. www.wien.gv.at/statistik/pdf/wien-waechst.pdf

Als Publikation (32,70 Euro, ISSN 0259-6083) erhältlich ist das Statistische Jahrbuch bei der Magistratsabteilung 23: 2., Meiereistraße 7, Sektor B; Montag bis Freitag jeweils 8.00 bis 14.30 Uhr; Telefon 01/4000-83059, Bestellung per E-Mail an post@ma23.wien.gv.at.

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