Steuerreform als Todesstoß für den Tourismus

Es gibt wohl keine Branche in Österreich, die mit so vielen Vorschriften, Bürokratie und sinnlosen Gesetzen konfrontiert wird, wie der Tourismus. Die Steuerreform ist ein Affront.

Innsbruck (TP/OTS) - Die nun bekannte Steuerreform ist ein Affront und ein komplettes Versagen unserer Vertreter der Branche. Alleine die Erhöhung der Mehrwertsteuer für Logis von 10 % auf 13 % stellt einen massiven Wettbewerbsnachteil für unsere Hotellerie und für Vermieter gegenüber unseren Nachbarländern dar. Wo doch Deutschland, die Schweiz, Italien, Frankreich und die Beneluxländer in den letzten Jahren die Mehrwertsteuer deutlich gesenkt haben, um am immer schwierigeren Tourismusmarkt zu bestehen! Die Verlängerung der Abschreibungszeiten sind schlechthin nicht verständlich, wo doch die notwendigen Investitionsintervalle immer kürzer werden. Das Arbeitszeitgesetz mit vorgegebenen nächtlichen Ruhezeiten erkennt Ruhephasen nachmittags von z.B. vier Stunden nicht an. Eine daraus resultierende Doppelbesetzung viele Arbeitsplätze ist schlichtweg nicht finanzierbar.

Es gibt laut den veröffentlichten Statistiken im Tourismusland Tirol immer wieder neue Rekorde bei den Ankünften und Nächtigungen. Aber parallel dazu haben wir gerade im Tourismus einen Höchststand an Arbeitslosen gemeldet, da stimmt doch etwas nicht! Aber auch dazu gibt es eine Antwort: Unternehmen können sich diese Mitarbeiter aufgrund der derzeitigen Besteuerung von Arbeit nicht mehr leisten.

Jener Bonus, den Einkommensbezieher am Ende der Steuerreform heraus bekommen, steht in keinem Verhältnis zu den neuerlichen Belastungen für die Tourismusbranche. Denn letztlich wird es durch diese Belastungen unmöglich, Arbeit in unserem Lande zu fördern oder überhaupt aufrecht zu erhalten. Nur eine gesunde Wirtschaftsstruktur ist der Garant für den Erhalt zukünftiger Arbeitsplätze. Sozialpartner in ihrer Rekordgier und der Zugriff auf vermeintlich straffällige Betriebe sind uns darin keine Hilfe.

Für mich ist klar geworden, dass die Österreichische Bundesregierung, allen voran Kanzler Faymann, Vizekanzler Mitterlehner sowie unser Finanzminister Schelling nicht in der Lage sind, oder es auch nicht wollen, Österreich in eine wirtschaftlich tragbare Zukunft zu führen. Solange dieser aufgeblasene Apparat der Österreichischen Bundesregierung nicht bei sich selbst Einsparungsmaßnahmen angeht, werden wir uns nicht erholen können! Dieses Vorgehen ist ein Schlag ins Gesicht vieler Unternehmer im Lande. Unsere Politiker sollten sich überlegen, wer im Staat Österreich derart "strafbare" Handlungen ohne Konsequenzen tätigen darf. Wohl nur Politiker können sich dies erlauben.

Für den Tourismus sehe ich die größte Gefahr in der Betriebsnachfolge. Unter diesen Voraussetzungen ist es geradezu ein Wunder, wenn sich noch junge Leute als Unternehmer in die Tourismusbranche wagen. Auch die Schenkungssteuer sowie die generelle Besteuerung von Grund und Boden sind nicht mehr finanzierbar.

Josef Falkner
Präsident der Tiroler Tourismusvereinigung

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