Weil alles so schnell geht - der Garten als Ruheoase im Alltagstrubel

Linz (OTS) - Für viele Österreicher ist der Garten die "Entschleunigungsoase im Hochgeschwindigkeitszeitalter." Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle IMAS Umfrage im Auftrag von bellaflora.

  • Für 50 % aller Gartenbesitzer ist ihr Grün vor allem ein Ort der Entspannung.
  • 51 % der Gartenbesitzer arbeiten nahezu ausschließlich biologisch.
  • Jeder zweite Gartenbesitzer baut selbst Obst und Gemüse an.

Die aktuelle IMAS Umfrage ist die erste empirische Untersuchung, die den Zusammenhang von Stressempfinden und Garten untersucht. Für IMAS Prokurist DDr. Paul Eiselsberg ist das Ergebnis eindeutig: "Wir sehen wesentliche Unterschiede in der Wahrnehmung von Zeit und Schnelllebigkeit, wenn wir Gartenbesitzer mit der allgemeinen Bevölkerung vergleichen."
Die Befragungsteilnehmer wurden gebeten, auf einer siebenteiligen Skala einzutragen, wie schnell sich Dinge in ihrem Leben ändern. "Die Zeit steht fast still" war gleichbedeutend mit 1, "Die Zeit ändert sich rasend schnell" bezeichnete mit 7 das obere Ende der Skala. Während die Bevölkerung im Allgemeinen das Alltagstempo mit durchschnittlich 5,7 bewertet, geben die Gartenbesitzer die Note 5,8. Bei der Antwort auf die Frage, wie schnell sich die Zeit verändern sollte, liegen die Gartenbesitzer bei 3,5, während die Bevölkerung im Allgemeinen mit 3,7 deutlich geschwindigkeitstoleranter ist. 77 % der Bevölkerung erwarten eine weitere Beschleunigung durch Internet und digitale Medien. Bei den Gartenbesitzern liegt dieser Anteil mit 82 % wesentlich höher.

"Die österreichische Bevölkerung fühlt eine starke Diskrepanz zwischen gewünschter und gefühlter Geschwindigkeit in ihrem Leben", betont Eiselsberg. "Bei Gartenbesitzern ist dieses Gefühl der Schnelllebigkeit jedoch noch stärker ausgeprägt. Die Kluft zwischen Wunsch und Realität ist in ihrem Empfinden noch viel größer als in der allgemeinen Bevölkerung."

Es geht um gesundes Leben

Rund zwei von fünf Österreichern verfügen über einen eigenen Garten, die durchschnittliche Gartengröße liegt bei 374 m2. Ein Teil dieser Gartenfläche wird genützt, um eigenes Gemüse und Obst zu ziehen. "Die Studie zeigt sehr deutlich das große Interesse am ökologischen Gartenbau im privaten Umfeld", betont bellaflora Geschäftsführer Mag. Alois Wichtl. 51 % der Gartenbesitzer geben an, dass sie ihr Obst und Gemüse überwiegend biologisch ziehen. Ein Ergebnis, das Wichtl aufgrund des Einkaufsverhaltens nur bestätigen kann. bellaflora, mit 26 Standorten Österreichs größtes Gartencenter, vertreibt eine breite Palette an biologisch gezüchteten Kräutern und Gemüsesorten. Auch der Anteil der Pflanzenraritäten am Gesamtsortiment nimmt Jahr für Jahr zu. 2013 hat das Unternehmen alle chemisch-synthetischen Pestizide durch ökologische Produkte ersetzt, 2014 den gleichen Schritt bei den Düngern vollzogen. Seither, so Wichtl, "ist der Anteil dieses Produktsortiments an allen unseren Standorten deutlich gewachsen." Das in Umfragen geäußerte Bekenntnis zu Nachhaltigkeit beweist sich im Bereich des Gartens also auch in der Praxis. Eine stimmige Analyse: Ist der Garten ein Rückzugsort vor dem Druck und dem Trubel des Alltags, will man hier die Natur selbstverständlich unbelastet genießen.

Lebensgefühl Entschleunigung

"Dieses Gefühl, dass die Zeit schneller vergeht als einem lieb ist und dass sich dieses Tempo noch weiter steigern wird, zieht sich durch alle Altersgruppen", betont Eiselsberg. Frauen nehmen den Einfluss des Internets auf das gesellschaftliche Tempo tendenziell etwas stärker wahr.

Wie wichtig der Garten als Rückzugsort für die Menschen ist, zeigt sich sehr deutlich bei der Frage nach den Hauptaktivitäten im Garten. Neun von zehn Gartenbesitzern stimmen der Aussage "Der Garten ist für mich ein Ort der Entspannung und des Wohlfühlens, meine Oase" einigermaßen zu, 52 % der Befragten sogar voll und ganz. Vier Fünftel der Gartenbesitzer sehen die Gartenarbeit als "wunderbaren Ausgleich zu anderen hektischen Bereichen im Leben", 42 % sind sogar voll und ganz dieser Meinung. 83 % der Gartenbesitzer meinen einigermaßen, dass der Garten "eigentlich sehr viel Arbeit ist", nur 39 % teilen diese Ansicht voll und ganz.

Eiselsberg: "Die häufigsten Aktivitäten im Garten umfassen Arbeiten wie Rasenmähen oder Pflanzenpflege, aber auch gemeinschaftliche Zusammenkünfte wie Essen oder sich mit der Familie und Freunden zu treffen." 62 % der Gartenbesitzer nennen Gemeinschaftserlebnisse sogar als wichtigste Funktion ihres Gartens, 52 % die Gartenarbeit und 43 % bevorzugen die Entspannung.

Aus all diesen Daten ziehen die Experten den Schluss, dass der Garten als Rückzugsort und als Erntezone weiter an Bedeutung gewinnen wird. Das große Interesse an gesünderem Lebensstil zeigt sich auch sehr deutlich an den aktuellen Ernährungstrends. Wichtl: "Vom bewussten Einkauf von Lebensmitteln bis zum Eigenanbau ist es nur ein kleiner Schritt. Wir sehen das Interesse am eigenen Grün auch zunehmend im städtischen Bereich. Auf Dachterrassen oder Balkonen werden immer öfter Paradeiser statt Pelargonien gepflanzt und Kräuter statt Geranien." Selbst gezogenes Gemüse und Obst sind als Ergänzung des Speiseplans gewünscht. Kaum jemand hat den Anspruch, mit dem eigenen Garten zum Selbstversorger zu werden.

Studiendesign:
N=1.011; repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren;
davon 411 Gartenbesitzer; persönliche Befragung im Rahmen einer Mehr-Themen-Umfrage; Zeitraum: 21. Jänner bis 9. Februar 2015

Weitere Bilder unter: www.apa-fotoservice.at/galerie/6480

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