- 18.03.2015, 09:10:57
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Ludwig/Nevrivy: Eröffnung der Ausstellung „Guten Morgen, Stadt!“
Ausstellung über Gemeindebauten der 60er und 70er Jahre richtet den Blick auf Grundsätze, die auch die lebenswerte Stadt der Zukunft prägen
Utl.: Ausstellung über Gemeindebauten der 60er und 70er Jahre
richtet den Blick auf Grundsätze, die auch die lebenswerte
Stadt der Zukunft prägen =
Wien (OTS) - Die Rahmenbedingungen für eine soziale
Stadtentwicklung ändern sich. Nicht aber die wesentlichen Eckpunkte,
die bereits als visionärer Entwurf im Roten Wien umgesetzt und die
kontinuierlich fortgesetzt und weiterentwickelt wurden. Das
städtebauliche Konzept der kommunalen Wohnhausanlagen der 60er und
70er Jahre folgte diesem Entwurf ebenso wie die Stadtentwicklung
heute.
"Die Ausstellung ,Guten Morgen, Stadt!‘ zeigt deutlich, welche
Prämissen eine soziale Stadtentwicklung ausmachen. Und wie vor 50
Jahren gibt dieses Konzept - bei dem eine hohe Lebensqualität der
Menschen immer Vorrang hat - auch den Weg in die Zukunft vor", so
Wohnbaustadtrat Michael Ludwig zur Ausstellung über Gemeindebauten
der Nachkriegszeit, die von 18. bis 31. März in der VHS Donaustadt zu
sehen ist.
Gestern, Dienstag, den 17. März 2015, wurde die Schau, bei der
fünf große Donaustädter Gemeindebauten im Mittelpunkt stehen, durch
Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy sowie
Architekt Peter Payer, der die Anlagen gemeinsam mit seinem Vater
Oskar plante, eröffnet. ****
Die Gemeindebauten des Roten Wien haben sich längst als
unbestrittener wohnkultureller und architektonischer Beitrag in der
Wiener Stadtgeschichte etabliert. Das von Wohnbaustadtrat Michael
Ludwig initiierte multimediale Ausstellungsprojekt "Guten Morgen,
Stadt!" richtet den Blick auf den ebenso wichtigen kommunalen
Wohnbaubestand der Nachkriegszeit. Exemplarisch werden fünf kommunale
Großwohnhausanlagen, die nach wie vor mit hoher
BewohnerInnenzufriedenheit punkten und die auf Grund ihrer
städtebaulichen Gestaltung einen übergeordneten Mehrwert für das
Stadtgebiet darstellen, mit Mitteln der Architekturfotografie,
historischer Filmaufnahmen und moderner Video-Essays sowie
Begleittexten in Szene gesetzt.
"Ich bin stolz auf unsere Gemeindebauten, die rund 500.000
Wienerinnen und Wienern ein schönes Zuhause zu günstigen Mieten
bieten. Eine jegliche Form der Privatisierung von Gemeindewohnungen
lehne ich daher entschieden ab. Wir richtig das war und ist, stellt
sich heute mehr denn je heraus. Gerade jetzt, da wir wieder neue
Gemeindewohnungen bauen, lohnt sich ein genauerer Blick auf deren
Vorteile und die soziale Gerechtigkeit, die dahintersteht", betonte
Wohnbaustadtrat Michael Ludwig bei seiner Eröffnungsrede.
"Rund 18.000 Donaustädterinnen und Donaustädter leben in den fünf
Gemeindebauten, die im Fokus der Ausstellung stehen. Die Donaustadt -
seit 1954 ein eigener Bezirk - steckte zur Zeit der Errichtung der
Wohnhausanlagen noch in den Kinderschuhen. Es sind daher gerade diese
kommunalen Wohnhausanlagen, die mitsamt ihrer Infrastruktur den 22.
Bezirk geprägt haben und prägen und die neue, aufstrebende
Entwicklungen mit eingeleitet haben", so Bezirksvorsteher Ernst
Nevrivy.
Lebenswerte Wohnhausanlagen mit Mehrwert
Vor rund 50 Jahren, am 26. September 1964, wurde in
Wien-Donaustadt der erste Bauteil der Gemeindewohnhausanlage an der
Siebenbürger Straße mit rund 1.200 Wohnungen eröffnet. Damit fiel
auch der Startschuss für ein großangelegtes kommunales
Wohnbauprogramm. Über das Programm des sozialen Wohnbaus hinaus wurde
im Rahmen des "Sozialen Städtebaus" die Errichtung ganzer Stadtteile
geplant, mit großzügigen Grünflächen und Freibereichen, Schulen und
Kindergärten, Bädern, Sportflächen, Ordinationen, dem Bau von
Bezirkszentren, Einkaufszentren u.v.m.
Die Bauweise dieser Siedlungen, die im Montagebauverfahren
entstanden, repräsentierte das Konzept der "durchgrünten und
aufgelockerten Stadt" und bildete somit für viele WienerInnen eine
begehrte Alternative zu den Wohnverhältnissen der damals noch
unsanierten, gründerzeitlichen Innenstadt mit hohem
Substandardanteil.
Der sozialpolitischen Tradition des Wiener Gemeindebaus folgend
wurden auch für diese Siedlungen neue Wohnkonzepte entwickelt, die
durch Funktionalität als auch moderne Ausstattungsstandards neue
wohnkulturelle Impulse setzten. So prägten auch neue Möbelkonzepte
wie das "SW-Möbelprogramm" (Soziale Wohnkultur) das Wohngefühl dieser
Zeit und fanden in der Wiener Bevölkerung enormen Zuspruch.
Die Ausstellung "Guten Morgen Stadt! - Wohnhausanlagen der
Gemeinde Wien errichtet in den Jahren 1962 - 1975" widmet sich nicht
nur einem spannenden Wiener Gebäudebestand, sondern findet in der VHS
Donaustadt einen neuen aktuellen Ausstellungsort in unmittelbarer
Nähe der gezeigten Wohnhausanlagen.
Architekt Peter Payer - ein Pionier der Wiener Wohnkultur
Für die Stadt Wien plante Peter Payer gemeinsam mit seinem Vater
Oskar Payer mehrere Tausend Wohnungen, vorwiegend in Montagebauweise.
Beiträge zur Verbesserung der Wohnkultur sowie auch für die
Funktionalität der Wohnung - wie die moderne Form der Duplex-Wohnung
- sind auf Oskar und Peter Payer zurückzuführen. Beide entwarfen auch
dazu passende funktionale Möbel und gründeten das Einrichtungshaus
"Payer-Dekor" mit dem sie das sog. "skandinavische Design" in Wien
etablierten.
Die Eckpunkte der Ausstellung
Ausstellung "Guten Morgen, Stadt! - Wohnhausanlagen der Gemeinde
Wien errichtet in den Jahren 1962 bis 1975"
Kuratoren: Historiker Manfred Schenekl, Architekt Christoph
Lammerhuber unter Mitwirkung der ArchitekturfotografInnen Hertha
Hurnaus, Wolfgang Thaler und Stefan Olah.
Videomontagen: Melanie Hollaus
Die ausgewählten Donaustädter Beispielbauten (Planung: Peter und
Oskar Payer)
Siebenbürgerstraße/Erzherzog-Karl-Straße (1968) Neu-Kagran, rund.
2.170 Wohnungen
Bundesländerhof (1966), Neu-Kagran, rund 1.090 Wohnungen
Rudolf-Köppl-Hof, Eipeldauerstraße (1967), rund 1.310 Wohnungen
Rudolf-Huber-Hof, Quadenstraße (1970), rund 740 Wohnungen
Ziegelhofstraße (1975), rund 1.900 Wohnungen
Ausstellungsort: 22., Volkshochschule Donaustadt, Bernoullistraße 1
Ausstellungsdauer: 18. bis 31. März 2015, Mo. bis Fr. von 10 bis 19
Uhr
Eintritt: frei (Schluss) da
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