- 18.03.2015, 09:00:36
- /
- OTS0016 OTW0016
Das kleine 1x23 der Wiener Bezirke: Neubau
Teil 18 der inwien.at-Serie über Bezirksstatistiken
Utl.: Utl.: Teil 18 der inwien.at-Serie über Bezirksstatistiken =
Wien (OTS/RK) - 1.552 Gebäude, nur 376 davon sind nach 1945 erbaut
worden und dennoch der Name. Aber schließlich wohnt man echt
Wienerisch nicht "im" oder "in" Neubau sondern "am" Neubau. Unter so
vielen älteren Gemäuern sind natürlich auch zahlreiche Objekte
denkmalgeschützt. Dazu zählen neben Volkstheater, Stiftskaserne oder
dem Amtshaus auch einige Miethäuser. Diese tragen oft kreative Namen,
wie etwa das Miethaus "Zum Dattelbaum" in der Burggasse, die Häuser
"Zu den Sieben Böcken" und "Zum schwarzen Elefanten" in der
Gutenberggasse oder das Wohnhaus "Zum Küss den Pfennig" in der
Kirchberggasse.
Wohnen am Neubau - damals und heute
Der Neubau ist, wie für einen Inneren Bezirk charakteristisch,
dicht bebaut und dicht besiedelt. 72,9 Prozent des Bezirks nehmen
Bauflächen ein, das ist der höchste Wert in ganz Wien. 80 Prozent
davon sind Wohngebieten gewidmet, dort leben 30.792 Menschen. Dass
dieser Wert im Bezirksvergleich Platz vier bei den wenigsten
EinwohnerInnen bedeutet, ist der Größe des Bezirkes geschuldet. Mit
160,8 Hektar ist der Neubau der drittkleinste Bezirk Wiens. Auf
lediglich 0,4 Prozent der Stadtfläche leben immerhin 1,7 Prozent
aller WienerInnen. Der 7. Bezirk war aber früher noch dichter
bevölkert. 1869 wurde er von 80.043 Menschen bewohnt, ein Wert, der
auch aufgrund der steigenden Ansprüche auf mehr Wohnraum nie wieder
übertroffen wurde.
Heute sind die Wohnungen im Siebten durchschnittlich 78
Quadratmeter groß und werden rechnerisch von 1,81 Personen bewohnt.
Real lebt aber in 52,1 Prozent aller Neubauer Domizile nur eine
Person - der höchste Anteil an Singlehaushalten in der Stadt. Das
Durchschnittsalter der BezirksbewohnerInnen hingegen entspricht mit
40,5 Jahren exakt dem Wiener Mittel und der MigrantInnenanteil mit
25,1 Prozent ist nur leicht darüber. Mehr als Mittelmaß ist das
Einkommen im Bezirk: 22.992 Euro im Jahr sind rund 110 Prozent eines
Wiener Durchschnittsbezuges. Auch das Bildungsniveau ist mit einem
Anteil von über 35 Prozent AkademikerInnen sehr hoch und über 60
Prozent haben zumindest Matura als höchste abgeschlossene Ausbildung.
11.000 Pkw sind im Bezirk gemeldet, weniger Autos gibt's nur in der
kleineren Josefstadt.
Beliebte Wohngegend, vor allem unter den Jüngeren, ist die
Wohngegend rund um den Spittelberg. Hier hat sich eine umfangreiche
Lokalszene etabliert und im Winter lockt ein Weihnachtsmarkt in die
historischen Gassen. Im 18. bis ins 20. Jahrhundert jedoch hatte der
Spittelberg einen denkbar schlechten Ruf und war berüchtigt als
Rotlichtviertel.
Kultur, Kreatives, Kulinarik
Ausgedehnte Grünflächen gibt es im Siebten kaum, sie beanspruchen
nur 2,7 Prozent des Bezirks. Die meisten der elf Parkanlagen am
Neubau entstanden in Baulücken. Der Weghuberpark an der Zweierlinie
ist mit einem Hektar der größte. Dort gibt es auch einen der 16
Spielplätze mit einem der fünf Ballkäfige des Bezirks. Aber es ist
auch nicht das Grün, das den Bezirk zu einem der lebendigsten der
Stadt macht. Er teilt sich mit dem 6. Bezirk Wiens größte
Einkaufsstraße, die Mariahilfer Straße. Auch in der Neubaugasse gibt
es viele kreative Geschäfte und in der Umgebung jede Menge Lokale für
jeden Geschmack.
Für Kulturinteressierte gibt es unter anderem das Renaissance- und
Volkstheater sowie das Westlicht als Schauplatz für Fotografie. Mit
dem Museumsquartier befindet sich im Bezirk seit 2001 eines der zehn
größten Kulturareale Europas. In den ehemaligen kaiserlichen
Hofstallungen werden unter anderen das MUMOK - Museum moderner Kunst,
das Leopoldmuseum, die Kunsthalle Wien, Zoom - Kindermuseum und das
Theaterhaus für junges Publikum - Dschungel Wien beherbergt.
Auch die Hauptbücherei der Büchereien Wien am Urban-Loritz-Platz
liegt am Neubau. Sie verfügt über 306.700 Bücher, 69.200 AV-Medien
wie CDs, Videos, Tonkassetten oder Konsolenspiele und 627 Zeitungen -
insgesamt ein ungeschlagener Bestand von 412.700 Medien.
Bevölkerungswachstum am Neubau
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verringerte sich die
Bevölkerung durchgehend und von 1961 bis 2011 betrug der Rückgang
rund 15.000 Personen bzw. 34 Prozent. Seit den 1980er-Jahren bleibt
die EinwohnerInnenzahl in Neubau mit etwa 30.000 Menschen relativ
stabil. Die aktuellen Prognoseergebnisse verzeichnen einen positiven
Trend mit einem EinwohnerInnenzuwachs von bis zu 14 Prozent. Bis zum
Jahr 2034 könnten im Gemeindebezirk rund 35.000 Menschen leben. Dabei
profitiert Neubau wie in der Vergangenheit stark von der
internationalen Zuwanderung, wohingegen das Geburtenplus in Zukunft
nur noch eine untergeordnete demographische Komponente sein dürfte.
Die Altersstrukturentwicklung wird ähnlich ablaufen wie in den
übrigen Innenstadtbezirken: Starkes Wachstum in den jüngeren
Altersgruppen sowie der Bevölkerung ab dem 45. Lebensjahr, sowie
geringfügige EinwohnerInnenverluste der 15- bis 44-Jährigen. Durch
die deutliche Zunahme bei den 60- und Mehrjährigen erhöht sich in
Folge der Anteil der Generation 60+ um sechs Prozentpunkte auf 25
Prozent im Jahr 2034.
Quelle: MA 23 - Wirtschaft, Arbeit und Statistik / Statistik
Austria / Wien Geschichte Wiki / Wikipedia.org / buechereien.wien.at
Statistisches Jahrbuch 2014
Das Statistische Jahrbuch 2014 der Stadt Wien sowie die Studie
"Wien wächst..." unter Federführung der MA 23 stehen als kostenloser
Download zur Verfügung unter
www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html.
www.wien.gv.at/statistik/pdf/wien-waechst.pdf
Als Publikation (32,70 Euro, ISSN 0259-6083) erhältlich ist das
Statistische Jahrbuch bei der Magistratsabteilung 23: 2.,
Meiereistraße 7, Sektor B; Montag bis Freitag jeweils 8.00 bis 14.30
Uhr; Telefon 01/4000-83059, Bestellung per E-Mail an
post@ma23.wien.gv.at.
Alle Artikel der Serie "Das kleine 1x23 der Wiener Bezirke" sind
unter http://inwien.at/das-kleine-1x23-der-wiener-bezirke.html zu
finden. (Schluss) tai
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK






