Sterben in Würde: Politik und Gesellschaft gefordert

Caritas-Präsident Landau fordert leistbaren Zugang zu Hospiz- und Palliativbetreuung

Wien, 17.3.2015 (KAP) Sterben in Würde bleibt ein Auftrag für Politik und Gesellschaft und kann sicher nicht durch die Aufweichung der geltenden Rechtslage hin zu erlaubten assistiertem Suizid oder Tötung auf Verlangen gewährleistet werden. Das war der Tenor eines Caritas-Symposions am Dienstag in Wien. Caritas-Präsident Michael Landau bekräftige seine Forderung an die Politik, bessere Rahmenbedingungen für die Palliativ- und Hospizversorgung zur Verfügung zu stellen. Das betreffe vor allem die Finanzierung.

Keiner käme auf die Idee, für die medizinische Behandlung eines Beinbruchs Spenden zu sammeln. Jeder, der ein intensivmedizisches Bett benötigt, erhalte dieses auch. Bei den Hospiz- und Palliativangeboten sei das aber bei weitem nicht so. "Wir haben in Österreich insgesamt ein gutes System an medizinischer und pflegerischer Versorgung, nur am Ende fehlt es" sagte Landau. "Das ist wie bei einem Flug, wo beim letzten, schwersten Wegstück, der Landung, der Pilot aussteigt und sagt: Jetzt müssen sie alleine weitermachen. Das muss sich ändern."

Der Wiener Pastoraltheologe em. Prof. Paul Zulehner verwies in seinem Vortrag auf Umfragen, wonach Menschen vor allem aus Angst vor unerträglichen Schmerzen und aus Angst, Angehörigen zur Last zu fallen, Befürworter der Euthanasie seien. Er rate deshalb auch der Kirche, sich weniger gegen Euthanasie als vielmehr dafür einzusetzen, dass es zu einem massiven Ausbau der Palliativ-und Hospizversorgung auf allen Bereichen kommt, so Zulehner. Es brauche etwa auch Karenzangebote für pflegende Angehörige und viele verschiedene zusätzliche Unterstützungsangebote. Die eigenen Eltern zu pflegen und auf ihrem letzten Lebensweg zu begleiten sei sich der "Königsweg der Menschlichkeit" und mache ein Leben sinnvoller als beruflicher Erfolg.

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