Falter: Staatsanwaltschaft ermittelt in weiterem Misshandlungsfall

Beamter soll Unternehmer zu Unrecht inhaftiert und bespuckt haben. Polizist spricht von „feuchter Aussprache“.

Wien (OTS) - Nach dem Fall eines mutmaßlichen Polizeiübergriffs am Schwedenplatz verdichten sich nun auch die Vorwürfe in einem anderen ekelhaften Fall. Ein Wiener Unternehmer beschwerte sich bei der Justiz, er sei nach einem lauten Wortwechsel mit der Polizei zu Unrecht verhaftet und auf dem Wachzimmer bespuckt worden. Nun wurde die bespuckte Hose in ein DNA-Labor übersandt. Der Beamte rechtfertigt eventuelle Spuren so: Er habe anlässlich des Konflikts im Wachzimmer "möglicherweise eine feuchte Aussprache gehabt", weil ihm "gegen Ende des Streitgesprächs sogar der Kaugummi aus dem Mund gefallen" sei". Belastet wird er auch durch einen Handelsrichter, der die Verhaftung zufällig beobachtete. Entgegen der Anzeige der Polizei bestätigt er, dass vom Unternehmer "überhaupt keine Gewalt" ausging. Dieser wandte den Polizisten bereits den Rücken zu, als sie ihn durch eine "grobe Fixierung" verhafteten. Die ermittelnde Staatsanwältin geht nun von Amtsmissbrauch aus, weil einem Bürger ohne Rechtsgrundlage die Freiheit entzogen worden sei.

Auch im Fall des Übergriffes am Schwedenplatz hat sich ein unbeteiligter Zeuge, ein ehemaliger Behindertenbetreuer gemeldet. Er sagt, von der Frau sei keinerlei Gewalt ausgegangen. Hier liege "ein klassischer Fall einer Eskalationshandlung seitens der Polizei" vor.

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