Europäisches KMU-Barometer: KMU stagnieren eher als zu wachsen

Investitionsstau bereitet Sorgen – Juncker-Paket schnell umsetzen

Wien (OTS) - "Die europäischen KMU warten derzeit ab und sehen sich mit einer Stagnation konfrontiert", kommentiert Ulrike Rabmer-Koller, Vizepräsidentin der UEAPME die aktuellen Ergebnisse des europäischen KMU-Barometers (Europäischer Dachverband der kleinen und mittleren Unternehmen). In Summe ist der Ausblick für die kommenden 6 Monate schwach, auch wenn die Unternehmen eine gewisse Stabilität nach der Rezession erwarten. "Die Betriebe sehen kein eindeutig positives Wachstum. Der Ausblick reicht derzeit nicht aus, um die KMU zu Investitionen und zusätzlichem Beschäftigungsaufbau zu motivieren", so Schneider, Leiter der Stabsabteilung Wirtschaftspolitik der Wirtschaftskammer Österreich.

Auch wenn insgesamt das Geschäftsklimaindex zum vierten Mal in Folge leicht ansteigt und aktuell 72,3 Prozentpunkte erreicht, wird damit nur die 70 Punkte-Marke knapp überschritten, die die Schwelle für ein neutrales Geschäftsklima ist. Eine positive Dynamik ist dabei in den südlichen Peripherieländern mit + 5,1 % zu erkennen, wobei deren Index unter jenem des Durschnitts in Europa liegt. Der Index für den Norden geht hingegen leicht zurück.

Probleme bereitet aber der Bereich der betrieblichen Investitionen:
"Der Investitionsstau insbesondere bei Neuinvestitionen birgt die Gefahr, dass die Unternehmen, im Falle eines Aufschwungs nur begrenzt teilhaben können", unterstreicht Schneider.

Vor dem Hintergrund der schwachen Aussichten betont die UEAPME die Bedeutung von Strukturreformen in den europäischen Ländern sowie die Sicherung und den Ausbau der Finanzierung von KMU und den stärkeren Bürokratieabbau. Positiv wertet Rabmer-Koller die EU-Investitionsoffensive (Juncker-Packet) der Kommission. Entscheidend ist besonders, dass die Mittel schnell einsatzbereit sind. Die Entscheidung, gezielt Mittel für KMU schon vorab zu mobilisieren, ist daher ein wichtiger Schritt. "Gerade KMU brauchen schnelle Unterstützung, um ihre Projekte zu realisieren", so die Vizepräsidentin abschließend. (us)

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Mag. Gerhard Huemer
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