Pfotenhilfe warnt: Igel erwachen zu früh aus dem Winterschlaf

Achtung: Temperaturen unter +8 Grad sind für Igel lebensbedrohlich

Wien (OTS) - Die momentan warmen Temperaturen locken nicht nur uns Menschen wieder ins Freie sondern auch Igel, die in der Regel von Anfang Oktober bis Ende März ihren Winterschlaf halten. Nachttemperaturen unter acht Grad und der dadurch entstehende Mangel an Nahrung können für die kleinen Vierbeiner jedoch fatale Folgen haben.

Da Igel während des Winterschlafs keine Nahrung zu sich nehmen sondern von ihren Fettreserven leben, haben sie bis zum Erwachen im Frühling rund 30 Prozent ihres Körpergewichts verloren. Igel sind Insektenfresser und keine Nagetiere. Um wieder zu Kräften zu kommen, benötigen die Tiere Regenwürmer, Larven, Schnecken, Spinnen, Käfer und sonstige Insektenarten. Zwar geschieht es immer wieder, dass sie beim Verputzen von überreifem Fallobst gesichtet werden, was aber nicht des Obstes wegen geschieht, sondern wegen der darin enthaltenen Raupen und Würmer. "Zu dieser Jahreszeit finden Igel noch kaum Insekten, um sich ausreichend ernähren zu können. Darum ist es sehr hilfreich für die stacheligen Tiere, wenn Sie Laubhaufen im Garten noch nicht entfernen, da sie von zu früh erwachten Igeln als Kälteschutz genutzt werden können", erklärt Sascha Sautner, Sprecher der Pfotenhilfe. "Besonders dankbar sind herumirrende Igel zur Zeit, wenn Sie ihnen Wasser und Katzenfutter zur Verfügung stellen", fügt der Tierschützer hinzu. Außerdem empfiehlt die Pfotenhilfe Tiere, denen Sie über den Winter geholfen haben, noch nicht wieder in die Freiheit zu entlassen - dazu ist es in den Nächten einfach noch zu kalt.

Bei der Nahrungssuche überqueren Igel oft auch gefährliche Straßen und leider werden jedes Jahr zahlreiche Tiere durch Autos verletzt oder getötet. "Entdecken Sie einen Igel am Straßenrand, nehmen Sie das Tier am besten mit einem Tuch oder Handschuhen behutsam hoch und setzen es in Laufrichtung auf die andere Straßenseite, um Unfälle mit Fahrzeugen zu vermeiden. Das dauert nur zwei Minuten, rettet aber vielleicht ein Leben", so Sautner. Findet man verletzte, röchelnde, stark abgemagerte oder hustende Igel, sollte man diese unverzüglich dem nächsten Tierarzt melden. Erreichen Sie diesen nicht, stehen örtliche tierärztliche Notfalldienste wie die Tierrettung oder die Wildtierstation der Pfotenhilfe Lochen jederzeit zur Verfügung. Werden Sie gebeten das verletzte Tier vorbei zu bringen, notieren Sie unbedingt den Fundort, damit das Tier, sobald es versorgt wurde, wieder in seiner natürlichen Umgebung freigelassen werden kann.

Rückfragen & Kontakt:

Sascha Sautner
Mobil: 0664-848 55 61
sascha.sautner@pfotenhilfe.org

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