Slowenien: Papst ernennt neuen Erzbischof für Maribor

Franziskus ernennt mit Alojzij Cvikl eine Jesuiten, der als Wirtschaftsfachmann an der finanziellen Sanierung der krisengeschüttelten Erzdiözese maßgeblich beteiligt war

Vatikanstadt-Wien , 14.3.2015 (KAP) Die wegen eines Finanzskandals in die Schlagzeilen geratene slowenische Erzdiözese Maribor (Marburg an der Drau) hat einen neuen Erzbischof: Wie der Vatikan am Samstag mitteilte, betraute Papst Franziskus dessen bisherigen Ökonomen, Alojzij Cvikl (59), mit der Leitung. Der Jesuit ist Nachfolger von Marjan Turnsek, der im Juli 2013 infolge des Skandals seinen Rücktritt einreichte. Seither wurde die Erzdiözese übergangsweise vom Bischof von Celje (Cilli), Stanislav Lipovsek, als Administrator geleitet. Cvikl war maßgeblich an der wirtschaftlichen Sanierung der Erzdiözese beteiligt. Mit seiner Ernennung und der wirtschaftlichen Bereinigung der Situation ist die krisengeschüttelte Erzdiözese wieder voll handlungsfähig und kann sich ganz der Seelsorge und den kirchlichen Kernaufgaben widmen.

Der am 19. Juni 1955 in Celje geborene Cvikl war vor seiner Berufung zum Ökonomen unter anderem von 1995 bis 2001 Provinzial der Jesuiten in Slowenien und seit 1996 leitete er die slowenische Ordensoberen-Konferenz. Nach der Matura war Cvikl 1974 in den Jesuitenorden eingetreten. Es folgten Studien aus Philosophie und Theologie in Ljubljana (Laibach) und an der Gregoriana in Rom. Am 3. Juli 1983 wurde er zum Priester geweiht. Von 1988 bis 1990 folgte eine pädagogische und sozialwissenschaftliche Spezialausbildung am Institut "Lumen Vitae" in Brüssel. Nach seelsorglichen Aufgaben in Laibach wirkte Cvikl von 2001 bis 2010 als Rektor des russischen Priesterkollegs in Rom.

Neuanfang nach historischer Krise

Der neu ernannte Erzbischof übernimmt die Leitung der Erzdiözese, die in den letzten Jahren eine historische Krise geschlittert war. Eine 2007 eröffnete Untersuchung hatte aufgedeckt, dass die Erzdiözese mehrere Investmentfonds und ein eigenes Firmenimperium gegründet und hierbei eine große Geldsumme verloren hatte. Nach Medienberichten soll sich der Gesamtschaden auf insgesamt 800 Millionen Euro belaufen.

Der Finanzskandal stürzte die katholische Kirche in Slowenien insgesamt in eine schwere Krise und zwang Rom zum Eingreifen. Wegen des Finanzdesasters hatte Papst Franziskus im Juli 2013 den damaligen Marburger Erzbischof Marjan Turnsek und den Laibacher Erzbischof Anton Stres zum Rücktritt aufgefordert. Bereits Turnseks Vorgänger Franc Kramberger war 2011 in Folge des Finanzskandals zurückgetreten.

Anfang des Monats hatte sich die Erzdiözese Marburg nach mehrjährigen Verhandlungen mit seinen Gläubigern auf einen Sanierungsplan geeinigt. Maßgeblich unterstützt wurde die Erzdiözese hierbei von der österreichischen Nachbardiözese Graz-Seckau. Die Vereinbarung sieht vor, das gesamte Immobilienvermögen der Erzdiözese zu veräußern und mit dem Erlös der Gläubiger abzufinden.

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(forts. mgl.) pwu//

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