Tourismus-Spartenobmann Hinterleitner: Tourismuswirtschaft großer Verlierer der Steuerreform!

Wien (OTS) - "Für die Tourismusbetriebe ist die Steuerreform in Wirklichkeit ein gewaltiges Belastungspaket", zeigt sich Tourismus-Spartenobmann Helmut Hinterleitner tief enttäuscht über Details zur Gegenfinanzierung der Steuerreform. "Der Tourismus schafft Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Österreich. Nun wird er mit der Steuerkeule dafür bestraft, dass er seine Produktionsstätten nicht einfach in Billiglohnländer verlagern kann!"

Die Anhebung des Mehrwertsteuersatzes für Beherbergungsleistungen auf 13 % trifft den Tourismus in einer ohnehin schwierigen Phase. "Es ist eine Illusion zu glauben, dass die Steuererhöhung so einfach an den Gast durchgereicht werden kann. Der Wettbewerb ist beinhart, da sind Preiserhöhungen kaum drin. Wären Preiserhöhungen so einfach möglich, würde das Geld aber dringend für Qualitätsverbesserungsmaßnahmen benötigt," sagt Helmut Hinterleitner. Er sieht die Innovationskraft der Betriebe nun noch von einer anderen Seite bedroht: Zusätzlich zur höheren Mehrwertsteuer soll nämlich die ohnehin schon wirklichkeitsfremde Abschreibdauer von Hotels von 30 auf 40 Jahre angehoben werden. Hinterleitner: "Nach spätestens 15 Jahren steht aber in der Praxis eine Generalsanierung an!"

Hotelverträge mit Reiseveranstaltern werden außerdem langfristig abgeschlossen, Steuererhöhungen gehen in aller Regel zulasten der Hotels, befürchtet Hinterleitner gerade im internationalen Reiseveranstaltergeschäft einen weiteren Einbruch der ohnehin schon kleinen Spanne der Hotellerie. Denn im internationalen Vergleich ist die Beherbergungsleistung in Österreich saftig besteuert: In Deutschland werden dafür lediglich sieben Prozent Mehrwertsteuer eingehoben, in Slowenien neun Prozent und in der Schweiz gar nur 3,8 Prozent.

Die Gastronomie konnte zwar ihren zehnprozentigen Mehrwertsteuersatz auf Speisen verteidigen, die Freude ist aber mehr als getrübt: "Man muss Tourismus vernetzt sehen: Der Gast hat nur ein bestimmtes Urlaubsbudget. Wenn er für das Quartier mehr bezahlt, bleibt ihm in der Gastronomie und für das Freizeitangebot weniger Geld zum Ausgeben."

Klartext spricht Hinterleitner auch zur Registrierkassenpflicht: "Wir sind empört über den Generalverdacht, alle Tourismusunternehmer seien Steuerhinterzieher und daher an die Kette zu legen." Wer glaubt, der private Griff in die Kasse sei ein gängiges Kavaliersdelikt in der Branche, kenne die heutigen Kontrollmöglichkeiten der Finanz nicht.

Die Registrierkassenpflicht sei ganz einfach ein weiterer Kostenfaktor für die mit Bürokratie und Auflagen ohnehin schon über Gebühr belasteten Betriebe: 3 .000,- bis 5.000,- Euro fallen für ein kleines Kassensystem in der Gastronomie an, dazu kommen Kosten von bis zu 1.000,- Euro jährlich für Updates und Wartungskosten. Und bei weitem nicht jede bereits installierte Registrierkasse erfüllt die technischen Voraussetzungen für die Installation der neuen Finanz-Software - eine teure Nachrüstung oder ein Austausch wird dann trotzdem erforderlich. "Ein weiterer, unnotwendiger Schlag vor allem wieder gegen Klein- und Kleinstbetriebe," zieht Hinterleitner ein enttäuschtes Resumee unter die "Mogelpackung" Steuerreform.

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