Schulterschluss von Bund und Ländern im Kampf gegen den illegalen Tierhandel

1. Landestierschutzkonferenz als Auftakt für gemeinsame Vorgangsweise in Sachen aktiver Tierschutz in Österreich

Wien (OTS) - Eine breite Allianz gegen den illegalen Tierhandel und enge Kooperation zwischen Bundesländern und dem Bund in Sachen Tierschutz wurden heute in Wien bei der 1. Landestierschutzkonferenz vereinbart. Die für Tierschutz auf Bundesebene zuständige Ministerin Sabine Oberhauser und die LandestierschutzreferentInnen aller Bundesländer waren auf Initiative von Wiens Tierschutzstadträtin Ulli Sima und Niederösterreichs Tierschutzlandesrat Maurice Androsch im Wiener Rathaus zusammen gekommen. "Ich freue mich über den Schulterschluss von Bund und Ländern in Sachen Tierschutz. Da die Bundesländer für die Ausführung des Tierschutzgesetzes zuständig sind, ist es von enormer Bedeutung, dass die Zusammenarbeit mit dem Bund und vor allem auch zwischen den einzelnen Bundesländern reibungslos funktioniert", so die für den Tierschutz zuständige Ministerin Sabine Oberhauser.

Man will künftig verstärkt in verschiedensten Bereichen gemeinsam vorgehen, um Tierleid zu mindern. Im Zentrum stand u.a. die gemeinsame Vorgangsweise gegen den illegalen Tierhandel. Wien ist in diesem Bereich schon seit längerem aktiv. Ministerin Oberhauser unterstützt diese Initiative Wiens und will nun auch mit den anderen Bundesländern zusammenarbeiten.

Starke Allianz gegen die Welpenmafia

Wien als Gastgeber hat den illegalen Welpenhandel auf die Tagesordnung gesetzt, um länderübergreifende Maßnahmen zu beschließen. Für Wiens Tierschutzstadträtin Ulli Sima ist dies zwingend notwendig: "Als Land Wien kämpfen wir seit längerem auch sehr erfolgreich gegen die Welpenhändler, doch diese kennen keine Grenzen. Wir haben daher etliche Anträge eingebracht, um länderübergreifende Maßnahmen zu setzen", so Sima. So soll u.a. eine möglichst zentrale Zulassungs- und Registrierungspflicht für Vereine und Institutionen, die Hunde und Katzen nach Österreich vermitteln, erlassen werden.

Der gesamte Bereich des sogenannten "Auslandstierschutzes" ist ein großer Komplex mit vielen offenen Fragen. Unter dem Deckmantel des Tierschutzes werden tausende Hunde und Katzen vor allem aus Ost- und Südosteuropan nach Österreich transportiert. Es gibt zahlreiche offene Fragen hinsichtlich Seuchen- und Krankheitenimport durch kranke Tiere. Der Niederösterreichische Tierschutzlandesrat Maurice Androsch unterstützt die Initiative Wiens: "Das grausame Treiben der Osthundemafia und der illegale Handel mit gefährlichen Wildtieren kann einzig und allein durch ein gemeinsames, entschlossenes Handeln beendet werden. Ich sehe dazu in der neuen Achse der Länder eine wirkliche Chance", lädt Androsch in diesem Zusammenhang zum nächsten Treffen nach Niederösterreich ein, um dieser neuen Ebene der Zusammenarbeit einen weiteren Impuls zu geben.

"Auch wenn es bereits entsprechende länderübergreifende Gremien, wie z. B. den Tierschutzrat oder den Vollzugsbeirat gibt, begrüße ich die politische Abstimmung der TierschutzreferentInnen aller Bundesländer zu grundlegenden Fragen des Tierschutzes. Es ist wichtig, sich hinsichtlich des einheitlichen Vollzuges auf dieser Ebene abzustimmen und über den eigenen Tellerrand zu blicken. In diesem Sinne begrüße ich den Beschluss der Konferenz, sich künftig auch "offiziell" über die Verbindungsstelle der Bundesländer organisieren zu wollen", meint Oö. Tierschutz-Landesrätin Gertraud Jahn.

Breites Themenfeld von animal hording bis zu Verbot des Verkaufs von Tieren auf Tierbörsen

Neben dem illegalen Tierhandel standen noch zahlreiche andere Bereiche auf der Tagesordnung der 1. Landestierschutzkonferenz in Wien. Die Bandbreite reicht von den Themen Animal hording über die Erweiterung der Haltungsverbote für gefährliche Wildtiere bis hin zu Tierschutz in Schulen. Ziel ist es, schon bei den Kindern Bewusstsein für den respektvollen Umgang mit Tieren zu fördern. Zentral war die Debatte um den Verkauf von Tieren auf Tierbörsen und Messen. In diesem Bereich wird um eine Novelle der Tierschutz-Veranstaltungsverordnung ersucht, um den Verkauf von exotischen Wildtieren auf Tierbörsen und Messen (Kaufbörsen) generell zu verbieten. Es soll eine länderübergreifende Arbeitsgruppe eingerichtet werden, um den österreichweiten Anfall an behördlich zu verwahrenden Reptilien abzuschätzen und Lösungen für eine tierschutzrechtskonforme und artgerechte Verwahrung der Tiere zu erarbeiten. Des weiteren hat sich die Konferenz beim zuständigen Bundesminister für Justiz um eine Erhöhung des aktuellen Strafrahmens bei Tierquälerei ausgesprochen.

Vereinbart wurde im Rahmen der heutigen 1. Landestierschutzkonferenz auch, sich künftig regelmäßig in diesem Kreis zu treffen und die Zusammenarbeit zwischen Bundesländern und Bund in Sachen Tierschutz zu intensivieren.

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Anita Voraberger
Mediensprecherin StRin Ulli Sima
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E-Mail: anita.voraberger@wien.gv.at

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