Bain-Studie zum Welthandel: Abbau von Handelsschranken zeigt erste Erfolge

Schwellenländer haben die im WTO-Abkommen von Bali festgelegten Handelserleichterungen bereits zu 44 Prozent umgesetzt

München (ots) - Rund ein Jahr nach dem
Welthandelsabkommen von Bali beginnt der Abbau von Handelsschranken seine Wirkung zu entfalten. Darüber hinaus macht die dritte Ausgabe der Studie "Enabling Trade" der internationalen Managementberatung Bain & Company und des World Economic Forum (WEF) deutlich, dass Handelshemmnisse immer noch höhere Wohlstandsgewinne verhindern. Das Spektrum reicht von verzögerten Zollabfertigungen bis hin zu mangelnder Infrastruktur.

Das auf Bali getroffene WTO-Abkommen sieht unter anderem eine einfachere Zollabwicklung und somit eine bessere Einbeziehung ärmerer Länder in den Welthandel vor. Während die Entwicklungsländer erst 26 Prozent der Maßnahmen umgesetzt haben, liegt der Implementierungsgrad in den Emerging Markets bereits bei 44 Prozent. Die vollständige Umsetzung könnte das jährliche weltweite Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und die globalen Handelskosten um 30 Milliarden US-Dollar senken. Für Bain-Deutschland-Chef Walter Sinn ist dies aber nur ein Zwischenschritt: "Der konsequente Ausbau des Handels ist ein Schlüssel für mehr Wohlstand in der Dritten Welt. Dafür müssen Güter und Dienstleistungen möglichst schnell und effizient Grenzen überwinden können. Je reibungsloser Lieferketten funktionieren, desto eher steigt die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes."

Ein zentrales Thema ist die Zollabfertigung. Doch bei der Beschleunigung von Ein- und Ausfuhren kommt die Umsetzung des Bali-Abkommens nur schleppend voran. Die entsprechenden Maßnahmen wurden bislang nur zu 35 Prozent implementiert, das gleiche gilt für den Abbau von Formalitäten. Dabei kann eine zentrale Zollabfertigung wie das brasilianische Portal Único Lieferzeiten erheblich verkürzen. In Brasilien soll sich die durchschnittliche Zeit für Importe von 17 auf 10 Tage reduzieren. Weltweit gibt es bereits 70 zentralisierte Zollabfertigungen, doch nur 18 binden sämtliche Beteiligte ein und erleichtern so Importeuren wie Exporteuren nachhaltig das Geschäft.

Die Zollabfertigung ist indes nur ein Teil der Lieferkette vom Produzenten über Importeur und Exporteur bis hin zum Endkunden. Anhand von Beispielen aus Brasilien und Nigeria zeigt die neue Studie von Bain und dem WEF, wo noch Verbesserungsbedarf besteht. So liegen in Brasilien die Kosten für den Import eines Containers mit Autoteilen noch immer 1.300 US-Dollar über dem Niveau von Industriestaaten. Damit die brasilianische Pkw-Fertigung weltweit konkurrenzfähig bleibt, sind Änderungen unter anderem bei Steuern, Arbeitskosten und Marktzugang notwendig. Die Import- und Exportkosten in Nigeria hingegen sind fast doppelt so hoch wie in Ostasien und im Pazifikraum. Faktoren wie unzureichende Infrastruktur oder Korruption wirken sich negativ auf das Handelsvolumen aus. "Nur mit einem systemischen Ansatz über die gesamte Lieferkette hinweg lassen sich die Handelskosten deutlich senken und das Wachstum steigern", betont Sinn.

Rückgang nichttarifärer Handelsschranken bringt erheblich mehr als Zollsenkungen

Die konsequente Beseitigung von grenzüberschreitenden Handelshemmnissen könnte laut früheren Studien von Bain und dem WEF weltweit zu einem BIP-Wachstum von knapp fünf Prozent führen. Dies entspricht dem Sechsfachen des Wohlstandsgewinns, der sich aus der Abschaffung sämtlicher Zölle ergeben würde. Die positiven Effekte eines systemischen Ansatzes werden am Beispiel Singapur deutlich. Das Land konnte in den vergangenen Jahrzehnten sein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf fünfmal schneller steigern als der globale Durchschnitt.

Handelshemmnisse lassen sich der aktuellen Studie zufolge in drei Schritten reduzieren: Erstens ergeben sich durch die Analyse der bestehenden Rahmenbedingungen Prioritäten für Veränderungen. Zweitens tun gezielte Pilotprojekte not. Deren Erfolge schaffen die notwendige Basis, um drittens über alle Lieferketten hinweg Hemmnisse zu beseitigen.

Bain & Company

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