Bundesrat beschließt tägliche Bewegungseinheit an ganztägigen Schulen

Heinisch-Hosek: Qualitativer Ausbau der schulischen Ganztagsbetreuung

Wien (PK) - Der qualitative Ausbau von ganztägigen Schulformen und insbesondere die Aufnahme einer täglichen Bewegungseinheit in die Stundenpläne stand im Fokus einer Sammelnovelle aus dem Unterrichtsbereich, gegen die der Bundesrat keinen Einspruch erhob. Damit werde der nächste wichtige Schritt in Richtung Qualitätssteigerung der Ganztagsbetreuung gesetzt, hob die zuständige Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek hervor. Die konkrete Umsetzung der vorgeschriebenen fünf Bewegungseinheiten bleibe den Schulen selbst überlassen, erstmals können auch TrainerInnen aus Sportvereinen als "Bewegungscoaches" eingesetzt werden.

Mehrheitliche Zustimmung zum qualitativen Ausbau der schulischen Ganztagsbetreuung

Elisabeth Reich (S/O) wies zunächst darauf hin, dass durch das vorliegende Gesetz sowohl die im Regierungsprogramm verankerten Qualitätssicherungsmaßnahmen in der schulischen Tagesbetreuung umgesetzt als auch redaktionelle Korrekturen hinsichtlich der Bestimmungen für die neue Reifeprüfung vorgenommen werden. Durch die Einführung einer täglichen Bewegungseinheit in den Ganztagsschulen soll eine gesundheitsbewusste und sportlich-aktive Lebensweise gefördert werden. Durch die Öffnung der Schulen für TrainerInnen aus dem Sportbereich und Kooperationen mit externen PartnerInnen könne das Angebot noch vielfältiger gestaltet werden. Reich, die selber Leiterin einer Schule ist, sieht die Novelle als Bestätigung für den bewährten Weg, den sie und ihr Team schon seit langem beschritten haben. Abschließend hielt sie ein Plädoyer für den Ausbau der verschränkten Form der Ganztagsschulen und die verstärkte Kooperation mit außerschulischen Institutionen.

Auch wenn sie anfangs der Ganztagsschule etwas skeptisch gegenüber stand, habe sie die praktische Erfahrung damit gelehrt, dass die verschränkte Form dieses Schultyps die große Fülle an Lernbereichen am ehesten abdecken kann, erklärte Daniela Gruber-Pruner (S/W). Voraussetzung dafür sei natürlich ein qualitativ hochwertiges Angebot, das den Interessen und Bedürfnissen der Jugendlichen entspricht. Aus diesem Grund freue sie sich über den heutigen Beschluss, der eine weitere Qualitätsoffensive bringt und zudem sicherstellt, dass Kinder aus allen sozialen Milieus davon profitieren können.

Angela Stöckl (V/N) begrüßte ausdrücklich den qualitativen Ausbau der Ganztagsbetreuung an den Schulen, denn als Physiotherapeutin liege ihr die Förderung von Sport sehr am Herzen. Es sei zudem erwiesen, dass körperliche Aktivitäten das Lernen erleichtern. Die tägliche Bewegungseinheit an den Volksschulen und der Sekundarstufe 1 in den ganztägig geführten Schulformen sei ein Schritt in die richtige Richtung. Ihrer Meinung nach seien aber auch die Eltern gefordert, die mit gutem Beispiel vorangehen müssen. Auch ihr Fraktionskollege Martin Preineder (V/N) war überzeugt davon, dass Kinder heutzutage viel mehr Bewegung brauchen, da es immer mehr fettleibige Jugendliche gibt. Dieser Ansicht sind auch sehr viele BürgerInnnen, die den Wunsch nach einer täglichen Turnstunde im Rahmen einer Unterschriftenaktion geäußert haben.

Efgani Dönmez (G/O) schloss sich den positiven Kommentaren zum Gesetz an. Neben der täglichen Bewegungseinheit seien auch die Kooperationen mit den Sportvereinen absolut begrüßenswert; er erwarte sich davon eine Reihe von Synergieeffekten. Ein Wermutstropfen sei für ihn jedoch, dass diese Angebote noch nicht allen SchülerInnen zugute kommen. Es sei klar, dass die budgetären Gegebenheiten nicht zu viel Spielraum lassen, räumte Dönmez ein, allerdings gehe es auch um die richtige Prioritätensetzung. Außerdem sei es unbedingt notwendig, endlich die Parteipolitik aus dem Bildungssektor rauszubekommen, unterstrich der Bundesrat der Grünen. Er forderte noch die Einführung des Fachs Politische Bildung ab der 7. Schulstufe, damit die Jugendlichen, die mit der Erreichung des 16. Lebensjahres wählen dürfen, das nötige Rüstzeug mitbekommen, sowie einen verpflichtenden Ethikunterricht, der den konfessionellen Religionsunterricht ersetzen soll.

FPÖ für Wahlfreiheit und Bewegungseinheiten an allen Schulen

Die Freiheitlichen werden dem Gesetz nicht zustimmen, da nur eine Minderheit von SchülerInnen von den zusätzlichen Angeboten profitieren wird, erklärte Bundesrätin Monika Mühlwerth (F/W). Zusätzliche Sport- und Bewegungseinheiten sollten ihrer Meinung nach allen Jugendlichen zur Verfügung stehen. Generell lehne sie ideologische Debatten in der Bildungspolitik ab, betonte die Rednern, vielmehr sollte das Prinzip der Wahlfreiheit im Vordergrund stehen. Aus der Novelle könne man aber die Absicht herauslesen, die SchülerInnen in die Ganztagsschulen zu drängen, da es dort nun das bessere Angebot gibt. Ihrer Meinung nach sollten aber alle Eltern, die dies wollen, auch die Möglichkeit haben, ihre Kinder am Nachmittag zu Hause zu betreuen. Ihr Vorarlberger Fraktikonskollege, Christoph Längle, befasste sich grundsätzlich mit dem Bildungsbereich, der seit Jahren eine große Baustelle darstelle und von Pleiten, Pech und Pannen geprägt sei. Nur ein Beispiel von vielen seien die Missstände bei der Durchführung der Zentralmatura. Aus diesem Grund werden die Freiheitlichen im Laufe der Debatte auch eine Dringliche Anfrage an die Unterrichtsministerin stellen, kündigte er an.

Heinisch-Hosek: Großer Schritt in Richtung Qualitätssteigerung der schulisches Tagesbetreuung

Es sei sehr erfreulich, dass es nach zweieinhalb Jahren gelungen ist, einen großen ersten Schritt in Richtung Qualitätssteigerung in der schulischen Ganztagsbetreuung zu tätigen, unterstrich Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Fix sei damit, dass ganztägige Schulformen ab kommendem Schuljahr eine tägliche Bewegungseinheit in ihren Stundenplänen vorsehen müssen. Die vorgeschriebenen fünf Einheiten pro Woche können aus Turnstunden im Unterricht und Sport im Freizeitteil bestehen. In Zukunft wird es in den Volksschulen auch nicht mehr möglich sein, nur mehr eine Turnstunde pro Woche festzulegen; es müssen mindestens drei (1. und 2. Klasse) bzw. zwei (3. und 4. Klasse) angeboten werden, erläuterte sie. Die Ministerin hielt zudem den Freiheitlichen entgegen, dass die Eltern in Österreich sehr wohl über Wahlfreiheit verfügen, da die verschiedensten Schulformen - u.a. auch Halbtagsschulen -nebeneinander bestehen. (Fortsetzung Bundesrat) sue

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