HCB Görtschitztal: Bluttests ausgewertet, Gesamtbeurteilung startet

LHStv.in Prettner: 21 Personen weisen erhöhte HCB-Werte im Blut auf - Regulierung erfolgt über gesunde Ernährung - Engmaschiges Bio-Monitoring soll Görtschitztal zur Vorzeigeregion machen

Klagenfurt (OTS/LPD) - Bei einer Pressekonferenz heute, Donnerstag, im Büro von Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner wurde die Öffentlichkeit über die Auswertungenvon auf HCB getesteten Blutproben der Görtschitztalerinnen und Görtschitztaler informiert. "Insgesamt wurden 131 Blutproben untersucht. Die Auswertungen ergaben, dass bei 110 Personen keine Auffälligkeiten feststellbar waren. Bei 21 Personen liegen die HCB-Werte über jenem Faktor, den man in Österreich erwarten kann", gab Prettner bekannt.

Für die Gesundheitsreferentin ist es wichtig, dass schon morgen, Freitag, der nächste entscheidende Schritt erfolgt. "In Wien wird es ein Treffen von NGO's, Vertretern des Umweltbundesamtes, der Kärntner Umweltbehörde, der MedUni Wien, Ärzten, Greenpeace und Global 2000 geben, bei dem eine Gesamtbeurteilung erarbeitet wird."

Die Befundung der Blutproben war bereits Anfang der Woche abgeschlossen. "Es war uns wichtig, die betroffenen Personen zuerst persönlich zu informieren, dann erst die Öffentlichkeit", betonte Prettner. Die Befundbesprechung wurde von Prof. Hans-Peter Hutter (MedUni Wien) mit den betroffenen Personen persönlich in Einzelgesprächen vor Ort durchgeführt.

Für die 21 Personen gilt es nun, die Zufuhr von HCB-belastenden Lebensmitteln so gering wie möglich zu halten. "Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten können bedenkenlos gegessen werden. Die Aufnahme des HCB`s erfolgte durch kontaminierte Milch und Milchprodukte sowie Fleisch und Fleischprodukte, die nachweislich einen hohen Fettanteil aufweisen. Grundsätzlich gilt für jene Testpersonen, die aktuell einen erhöhten HCB-Wert im Blut aufweisen, die gleiche Ernährungsempfehlung wie für jeden anderen auch - mehr Obst und Gemüse zu essen und weniger Fleisch, da unsere Ernährung diesbezüglich ohnehin zu einseitig ist", so Hutter. Er verspürte auch eine starke Verunsicherung der Personen, ihre wirtschaftliche Zukunft betreffend: "Sie haben sich nichts zu Schulden kommen lassen, sondern mitgeholfen, dass die Ursache rasch eruiert werden konnte", beschrieb Hutter die Sorgen der Landwirte.

Aus den aktuellen Blutwerten können Maßnahmen und Empfehlungen abgeleitet werden. In einem laufenden Prozess wird es weiterhin ein strenges Monitoring sowohl in landwirtschaftlichen Betrieben als auch unter der Bevölkerung geben. "Es wird alles versucht, um der Bevölkerung wieder eine Perspektive zurückzugeben. Ziel kann es nur sein, die Grenzwerte für Produkte aus dem Görtschitztal so anzusetzen, dass es die gesündesten Lebensmittel in ganz Österreich werden", zog Prettner die Conclusio.
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