„Europa auf Crashkurs“: „dok.film“ zeigt deutschsprachige TV-Premiere der Skandaldoku

Am Sonntag, dem 15. März, um 23.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Europa ist gescheitert! Im Jahr 2060 kann sich kaum jemand mehr an die Europäische Union erinnern. Doch was ist geschehen? Aufschluss gibt ein neuer BBC-Skandaldokumentarfilm, den der ORF als erster TV-Sender im deutschen Sprachraum am Sonntag, dem 15. März 2015, im Rahmen des "dok.film" um 23.05 Uhr in ORF 2 zeigt. Unter dem Titel "Europa auf Crashkurs" - im Original "The Great European Disaster Movie" - liefern Filmemacherin Annalisa Piras und ihr Koproduzent Bill Emmott, ehemaliger "The Economist"-Herausgeber, in der rund 93-minütigen Science-Fiction-Doku eine mehr als aktuelle Analyse der politischen und wirtschaftlichen Identitätskrise in Europa. Erzählt wird die Geschichte vom Total-Kollaps der EU von einem britischen Archäologen (gespielt von Angus Deayton), der seiner unwissenden achtjährigen Sitznachbarin im Flugzeug erklärt, was Europa tatsächlich einmal war und wie es zum spektakulären Scheitern der großen Idee kommen konnte. Am Beginn des Zerfalls stand Großbritannien, das 2017 aus der EU austrat und damit eine Kettenreaktion auslöste.

"Wer den Film sieht, wird rasch feststellen, dass die aktuellen Ereignisse in Europa die Geschichte des Filmes längst zu überholen beginnen", meint Regisseurin Annalisa Piras. Vieles, was im Film prognostiziert wird, ist seit den Dreharbeiten bereits eingetreten, manches in der fiktionalen Darstellung steht den Europäern noch bevor, denn die Wirtschaftskrise bringt Europa gefährlich nah an den Abgrund. Oder driftet der Kontinent am Ende längst in Richtung Zerfall? Ist Europa mit den dringend notwendigen Reformen überhaupt noch zu retten?

Aufregung in Großbritannien nach der BBC-Premiere

Eine Welle der Empörung löste die BBC-Premiere des Films am 1. März im Vereinten Königreich aus: Vor allem EU-Gegner warfen den Produzenten Panikmache durch proeuropäische Propaganda vor. Regisseurin Annalisa Piras wurde gar als neue Leni Riefenstahl bezeichnet. "Der Film entstand aus der Hoffnung heraus, die europäische Debatte zu erweitern, sie wegzulenken davon, was die aktuelle EU-Führung richtig oder falsch gemacht hat, hin zu den langfristigen Folgen eines EU-Zusammenbruchs", sagt Piras. "Der Film ist weit entfernt davon, den Status quo zu entschuldigen, er beinhaltet sogar strenge Kritik an EU-Institutionen und europäischen Leadern, die bisher gescheitert sind, eine alternative Vision zum engstirnigen Nationalismus zu präsentieren, der die Zunahme ‚rebellischer‘ Anti-EU-Parteien in ganz Europa vorantreibt." Und weiter: "Die zentrale Frage, die wir stellen wollten, war: Wie sähe das Worst-Case-Szenario für Großbritannien und den Rest von Europa aus, wenn es zu einem Kollaps kommt? Und was könnten wir tun, um diesen zu vermeiden?", so Piras.

"Europa auf Crashkurs" ist weit mehr als ein politischer Dokumentarfilm. Er ist eine kunstvolle Darstellung dessen, wie Europa in Richtung Katastrophe taumelt, mit aufschlussreichen, länderübergreifenden Analysen von gewöhnlichen Europäern und bedeutenden Experten, die erklären, warum derzeit vieles in Europa falsch läuft. Dabei zeigt der Film Europa aus der Perspektive jener Menschen, die für den Fortbestand dieser großen politischen Idee am wichtigsten sind, den Europäern selbst. Subtil, bewegend, zum Nachdenken anregend und witzig gleichermaßen.

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