Lueger: Brauchen elternfreundliche Arbeitszeiten und flächendeckende Kinderbetreuung

Familienministerin soll Väterkarenz und Betriebskindergärten forcieren

Wien (OTS/SK) - "Auch wenn es erfreulich ist, dass einige von der Familienministerin gelobte Unternehmen mit gutem Beispiel voran gehen und Arbeitszeiten anbieten, die ein Familienleben der ArbeitnehmerInnen ermöglichen, täuscht das nicht darüber hinweg, dass es enormen Verbesserungsbedarf gibt. Es ist die Kombination aus flächendeckenden Kinderbetreuungseinrichtungen und elternfreundlichen Arbeitsbedingungen und -zeiten, die Familien das Leben erleichtert", merkte SPÖ-Familiensprecherin Angela Lueger heute, Donnerstag, anlässlich der heutigen Aussagen von Familienministerin Karmasin kritisch an.****

"Bei den Kinderbetreuungseinrichtungen müssen Öffnungszeiten angeboten werden, die es Eltern ermöglichen, ohne Einschränkungen ihren Jobs nachzugehen. Das betrifft auch die Schließzeiten", erklärt Lueger. "Hier ist die Familienministerin gefordert, auch die Länder haben bei der Umsetzung der beschlossenen 15a-Vereinbarung eine Verantwortung", führt Lueger aus.

Mit der Vereinbarkeitsfrage müssen darüber hinaus auch ArbeitgeberInnen und Betriebe konfrontiert werden. "Es wäre absurd, wenn wir einerseits die Kinderbetreuung ausbauen und dann müssen ArbeitnehmerInnen so viele Überstunden machen, dass ein Gestalten des Familienlebens nicht machbar ist", stellt Lueger dar.

Das führe laut Lueger auch dazu, dass vor allem Frauen, die gerne Vollzeit arbeiten würden, Teilzeit-Verträge übernehmen, um die Kinderbetreuung organisieren zu können. "Eine Studie der Arbeiterkammer vom März 2014 zeigt auf, dass fehlende Kinderbetreuungseinrichtungen bzw. eingeschränkte Angebote bei Öffnungszeiten sowie die zeitlichen Bedingungen am Arbeitsplatz die Gründe sind, weshalb sich das "Eineinhalb-Verdiener-Modell" bei 71 Prozent der Befragten durchgesetzt hat." Das zeigt laut Lueger auch die prekäre Lage von Frauen auf: "Um mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Betreuungsfrage zu schaffen, muss die Familienministerin dafür Sorge tragen, dass Maßnahmen wie der Papa-Monat und die Väter-Karenz stärker genutzt werden", so Lueger.

Die AK-Studie belegt darüber hinaus, dass rund die Hälfte der Beschäftigten auch zu nicht-klassischen Arbeitszeitlagen an Tagesrandzeiten, in Samstags- oder Sonntagarbeit, Nachtdiensten sowie in Schichtarbeitszeiten beschäftigt sind. Für ein Drittel (34 Prozent) der Befragten sind zudem die Arbeitszeiten nicht immer fix bekannt, was das Organisieren von Partnerschaft und Familienleben erschwert.

"Von zufriedenen, nicht überlasteten Arbeitskräften profitieren ArbeitgeberInnen, das Erleichtern von Vereinbarkeit ist also in ihrem Interesse. Angesichts dessen sollte die Familienministerin das Einrichten von Betriebskindergärten forcieren", fordert Lueger. (Schluss) sc/kg/mp

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0004