UNICEF zum 4. Jahrestag des Syrien-Konflikts: 14 Millionen Kinder betroffen!

Wien/Berlin (OTS) - Vier Jahre nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien leiden laut UNICEF mehr Kinder als jemals zuvor unter den Folgen des Konflikts. In Syrien und seinen Nachbarländern sind heute etwa 14 Millionen Kinder und Jugendliche von Gewalt, Flucht sowie wachsender Armut, Ausbeutung und Hoffnungslosigkeit betroffen. Anlässlich des Jahrestages des Konflikts appelliert UNICEF an Regierungen und Öffentlichkeit, diese Kinder nicht allein zu lassen, die humanitäre Hilfe aufzustocken und gezielt in Bildungsprojekte und psychosoziale Hilfen für Kinder und Jugendliche zu investieren.

"Wir dürfen auch im fünften Kriegsjahr das Leid der syrischen Kinder nicht vergessen", sagt Dr. Gudrun Berger, Geschäftsführerin von UNICEF Österreich. "Diese jungen Menschen sind seit vier Jahren Opfer des schrecklichen Konflikts. Sie brauchen dringend unsere Hilfe, sie brauchen Betreuung und Bildungsmöglichkeiten. Damit die Gewalt nicht auch ihre Zukunft beherrscht."

Am Schlimmsten ist die Situation für Kinder innerhalb Syriens. In den vergangenen vier Jahren wurden dort mindestens 10.000 Kinder getötet. 5,6 Millionen Mädchen und Buben in Syrien sind in einer akuten Notsituation - bis zu zwei Millionen sind sogar ganz oder zeitweise von jeglicher Hilfe abgeschnitten. Rund zwei Millionen Kinder und Jugendliche mussten ihre Heimat verlassen, und mehr als 114.000 Babys wurden als Flüchtling geboren.

Nach vier Jahren Bürgerkrieg haben die meisten Familien aus Syrien keine Einkommensquellen mehr. Mädchen trauen sich oft nicht mehr aus dem Haus und werden jung verheiratet, um ihre Familien zu entlasten. Männliche Jugendliche müssen Geld verdienen oder schließen sich aus Mangel an Alternativen bewaffneten Gruppen an.

"Die Menschen in Syrien sind in einer absolut verzweifelten Lage und leben von einem Tag auf den nächsten", sagte Hanaa Singer. Sie leitet das UNICEF-Büro in Damaskus und war in den vergangenen Monaten viel innerhalb des Landes unterwegs, unter anderem in Homs, Aleppo, Quamishly und Hama. "Aber wenn ich nahe daran bin, die Hoffnung zu verlieren, treffe ich junge Kinder in einer Schule. Dann sehe ich das Leuchten in ihren Augen, ihr Lächeln und höre sie sogar lachen trotz der ganzen Zerstörung um sie herum. Deshalb fühle ich, dass es auch Hoffnung gibt - sie liegt in den Herzen der Kinder und Jugendlichen, die trotz der schwierigen Situation nicht aufgegeben haben. Sie sind fest entschlossen, das Beste aus ihrem Leben zu machen", sagte Singer. Auch ein neuer UNICEF-Bericht zeigt in einer Serie von Portraits ermutigende Beispiele von Mädchen und Buben, die sich der Gewaltspirale entziehen und für andere ein Vorbild sind.

Während die Notversorgung für die leidende Bevölkerung und die Flüchtlinge weitergehen muss, fordert UNICEF deshalb gleichzeitig mehr gezielte Investitionen in Bildungsprogramme und psychosoziale Hilfen für Kinder und Jugendliche.

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