AgrarThinkTank: Junge HofübernehmerInnen fordern aktivere Öffentlichkeitsarbeit der Bäuerinnen und Bauern

Ergebnisse des Diskussionsprozesses wurden an Landwirtschaftsminister Rupprechter, LK-Präsident Schultes und Bauernbund-Präsident Auer überreicht

Wien (OTS) - Seit 2012 macht sich der AgrarThinkTank - eine Initiative des Ökosozialen Forums in Kooperation mit der Landjugend Österreich und der Österreichischen Jungbauernschaft - Gedanken darüber, welche Rahmenbedingungen zukünftige Hofübernehmer brauchen. "Dass es Jungbauern nicht immer leicht haben, ist uns bewusst. Darum haben wir den AgrarThinkTank ins Leben gerufen. Es war uns wichtig, dass wir denen das Wort geben, die es betrifft. Gemeinsam mit den Hofübernehmern haben wir Rahmenbedingungen diskutiert, die notwendig sind, damit der Beruf des Bauern bzw. der Bäuerin interessant bleibt. Nur so können wir garantieren, dass wir auch in Zukunft eine Landwirtschaft in Österreich haben, die auf hohem Niveau produziert", so der Präsident des Ökosozialen Forums Österreichs Stephan Pernkopf.

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter signalisiert Unterstützung für die Anliegen der jungen Bäuerinnen und Bauern: "Das Engagement und die Kreativität der Jungen geben Zuversicht. Das ist ein klares Statement für zukunftsstarken ländlichen Raum, das ich gerne unterstütze. Ich sehe viele gemeinsame Anknüpfungspunkte für eine zukunftsorientierte, nachhaltige und wettbewerbsfähige bäuerliche Landwirtschaft. Jetzt geht es darum die Ideen breit zu diskutieren, weiter zu entwickeln und umzusetzen. Ich freue mich auf eine tatkräftige Mitarbeit der jungen Bäuerinnen und Bauern."

Insgesamt haben mehr als 80 junge Landwirtinnen und Landwirte an den Diskussionen teilgenommen. Nach mehreren arbeitsreichen Monaten liegen nun die Ergebnisse der intensiven Diskussionen auf dem Tisch. Bei folgenden Themenfeldern sehen die jungen und zukünftigen Bäuerinnen und Bauern unter anderem Handlungsbedarf:

Kommunikation und Marketing bündeln und selbst gestalten

Die jungen Bäuerinnen und Bauern wollen die Öffentlichkeitsarbeit selbst in die Hand nehmen. Sie sind der Meinung, dass sie ihre Geschichten am besten selbst erzählen können. Vorschläge gibt es viele -z. B. die Organisation eines "Farmer’s Day", der sich speziell an Jugendliche richtet, oder die Förderungen von baulichen Maßnahmen am Hof, wie etwa einer Glaswand im Stall, die Einblick in den Stall gibt. Schließlich gibt es nichts zu verstecken. Auch eine sachliche Auseinandersetzung mit ernstzunehmenden NGOs wird gefordert. Weiteres wichtiges Thema: die objektive und realistische Darstellung der heimischen Produktion in Werbung und Medien. Was die Vermarktung betrifft, so sollen auch innovative Vermarktungsmodelle wie Food Cops verstärkt genützt werden. An den Lebensmitteleinzelhandel geht klar die Forderung regionale Produkte im gesamten Sortiment verstärkt anzubieten.

Innovation, Kooperation und Forschung fördern

Die AgrarThinkTanker schlagen eine flächendeckende Innovationsberatung vor. Neuartige und kreative Ideen sollen dadurch unterstützt und gestärkt werden. Weiters solle eine Innovationsplattform eingerichtet werden, die Tipps zur Umsetzung innovativer Projekte beinhaltet. An alternativen Eiweißquellen wie Algen oder Insekten soll verstärkt geforscht werden, um eine breite Anwendung in der Fütterung zu ermöglichen. Eine Forderung betrifft auch die stärkere Zusammenarbeit von Forschung und Praxis. Was das Thema Kooperation betrifft, so sehen die jungen Bauern einen verstärkten Bedarf: innerhalb der Branche, aber auch mit anderen Sektoren und über die nationalen Grenzen hinweg.

Pflanzen- und Tierschutz im Sinne von Umwelt, Tieren und Bauern betreiben

Pflanzenschutz ist ein sensibles und zugleich wichtiges Thema. Die jungen Landwirte sind sich einig, dass sie hier stärker als Meinungsbildner auftreten müssen und der Bevölkerung erklären müssen, dass strengere Auflagen nicht zwingend zu einer besseren Umweltqualität führen, sondern auch dazu, dass die heimische Produktion geschwächt wird. Es brauche darüber hinaus eine unabhängige Forschung und Beratung. Beim Thema Tierschutz fordern vor allem die jungen Tierhalter ganz klar eine Verschärfung des Strafrechts bei unbefugtem Betreten von Stallungen.

Stabile Rahmenbedingungen schaffen

Das Rückgrat der heimischen Land- und Forstwirtschaft sind die bäuerlichen Familienbetriebe. Um diese zu erhalten, benötigt es rechtliche Rahmenbedingungen, die verlässlich sind und die ein ansprechendes Investitionsklima schaffen. Moderne Technologie soll darüber hinaus helfen, Bürokratie abzubauen. Ein Vorschlag ist z.B. der elektronische Förderantrag.

Alle Vorschläge wurden an Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter, den Präsidenten der Landwirtschaftskammer Österreich Hermann Schultes und an den Präsidenten des Österreichischen Bauernbundes Jakob Auer übergeben. Das gesamte Forderungspapier ist auf www.oekosozial.at abrufbar.

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Mag. Annette Weber
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