Neues Volksblatt: "Hintertür" von Markus EBERT

Ausgabe vom 12. März 2015

Linz (OTS) - Sieht man sich die Pensionszahlen an, dann muss man sich als Nicht-Eisenbahner als Glückspilz fühlen. Denn, so hat der Rechnungshof festgestellt: Von den im Jahr 2013 pensionierten Eisenbahnern mussten nicht weniger als 92,8 Prozent (oder 532 Mitarbeiter) krankheitsbedingt in den Ruhestand gehen, und das mit einem Durchschnittsalter von 52,18 Jahren. Nun könnte man sagen, dass es eben bei der Bahn recht ungesunde Jobs gibt - man denke nur an die gefährliche, bei jedem Wetter zu leistende Verschubarbeit. Aber:
Analog zu den Pensionierungen müssten dann über 90 Prozent der ÖBBler solche Jobs ausüben - was wohl nicht der Fall ist.
Apropos nicht der Fall: Zwar gibt es bei den ÖBB seit 2012 keine sogenannten organisatorisch bedingten Pensionierungen - sprich Mitarbeiter, die man nicht mehr braucht, versetzt man in den Ruhestand -, dafür hat sich seither die Zahl der krankheitsbedingten Pensionierungen verdreifacht. Mit anderen Worten: Die Hintertür hat einen anderen Namen bekommen.
Und genau das ist die wahre Krux im Pensionsbereich: Dass nämlich zu oft noch irgendwo eine Hintertür existiert - zumeist freilich im öffentlichen oder halböffentlichen Bereich. Der "klassische Hackler" indes findet sich im ÖBB-Pensionierungsalter immer öfter auf dem Arbeitsamt wieder, weil er zu gesund für die Pension und zu alt für den Arbeitsmarkt ist. Ihm öffnet niemand eine Hintertür.

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